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Glomerulonephritis



Eine Glomerulonephritis (griech. Nephros, Niere; -itis, Entzündung; Plural: Glomerulonephritiden) ist eine, meist autoimmune, Entzündung der Nierenfilterchen (Glomeruli). Sie stellt eine Hauptursache des chronischen, dialysepflichtigen Nierenversagens dar.

Inhaltsverzeichnis

Formen

Man unterscheidet primäre und sekundäre Glomerulonephritiden. Während die sekundären Glomerulonephritiden auf eine Erkrankung außerhalb der Nieren zurückzuführen sind, wie zum Beispiel Infektionen, Vergiftungen, Medikamente usw., handelt es sich bei der primären Glomerulonephritis um eine Autoimmunerkrankung, deren Ursachen noch weitgehend unbekannt sind.

Eine der vielen Unterformen der primären Glomerulonephritis stellt die steroidresistente Glomerulonephritis dar. Hierbei ist die sonst übliche Behandlung mit hohen Cortison-Dosen zur gezielten Schwächung des Immunsystems nicht möglich.

Daneben gibt es interstitielle Nierenerkrankungen sowie degenerative Veränderungen der Glomerula bei Systemerkrankungen (Diabetes mellitus, Amyloidose), die wie die Glomerulonephritiden schließlich zu Glomerulosklerose führen.

Glomerulonephritiden

  Chronische Glomerulonephritiden (mit nephrotischem Syndrom):

Akute Glomerulonephritiden (mit nephritischem Syndrom):

Symptome

  • Chronische Glomerulonephritiden äußern sich außer einem Abfall der Nierenleistung im sog. nephrotischen Syndrom. Dieses besteht aus einer großen Eiweißausscheidung (Proteinurie, >3,5 g/d), was sich als schäumender Urin äußert und über einen Proteinabfall im Blut zu Ödemen führt, begleitet von erhöhten Blutfetten (Hyperlipidämie).
  • Akute Glomerulonephritiden zeigen sich dagegen mehr durch Blut im Urin (Hämaturie) mit Anstieg des Blutdrucks (sog. nephritisches Syndrom).

Die Untersuchung des Blutserums ergibt entsprechend einen Abfall des Proteins (besonders Albumin: <30 g/L)) sowie eine Erhöhung von Kreatinin und harnpflichtigen Substanzen. Im Urin lassen sich sowohl Eiweiß als auch Blut nachweisen, wobei verformte Erythrozyten (sog. Akanthozyten = deformierte Erythrozyten mit "mikey-mouse-Ohren") und Erythrozytenzylindern die Abgrenzung von einer weiter unten im Harntrakt liegenden Blutungsquelle (Pyelonephritis) erlauben. Die spezifische Diagnose ist nur durch eine Nierenbiopsie möglich.

Nicht jede Glomerulonephritis führt zu einem nephrotischen Syndrom. Bei circa 30 % der glomerulären Erkrankungen tritt ein nephrotisches Syndrom auf.

Diagnose

Die Diagnose einer Glomerulonephritis erfolgt auf der Basis der Labordiagnostik von Blut und Urin, Sonographie. Eine Nierenbiopsie ist sinnvoll, wenn wahrscheinlich ist, dass sich aus der genauen feingeweblichen Untersuchung therapeutische Konsequenzen ergeben können.

Therapie

Je nach Form der Erkrankung variieren auch die Behandlungsmethoden.

Bei der sekundären Form führt meist die Behandlung der eigentlichen Grunderkrankung zum Erfolg. Bei der primären Glomerulonephritis kommt eine langwierige Behandlung mit immunabschwächenden Medikamenten (z. B. Cortison, Cycophosphamid und event. Azathioprin) zum Einsatz.

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Glomerulonephritis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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