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Geröllzyste



Eine Geröllzyste oder Trümmerzyste ist Folge einer tiefen Knochenschädigung im Gelenk. Sie stellt in der Regel eine mit Flüssigkeit gefüllte Vertiefung durch Beschädigung bis in den Markraum dar. Ursachen sind meist Traumatische Beschädigung oder Arthrose durch Gelenkabnutzung.

Den (mit Flüssigkeit gefülllten) Hohlraum in der Beschädigung (Läsion) des Knochens, nennt man Geröllzyste.

Primäre und sekundäre Läsionen

Posttraumatische Arthrose (siehe dort!) ist eine Primäre Läsion des Gelenkknorpels: Bei jüngeren Menschen zeigen vorwiegend Sportunfälle solche Knochenbeschädigungen eines Gelenks, die dann naheliegenderweise eher Trümmerzyste genannt werden.

Sekundäre Läsionen des Gelenkknorpels: Bei älteren Menschen dominiert langsame Abrasion (Abrieb) der gleitenden Knorpelschichten eines beanspruchten Gelenks. Ist dessen Schutzschicht verbraucht, reiben die Gelenkknochen ungeschützt gegeneinander, infiltrieren ineinander und verursachen Arthrose mit Folgen ähnlich einem "Kolbenfresser" in einem nicht ausreichend geschmierten Motor.

Geröllzysten gehören zu den Röntgenzeichen der fortgeschrittenen Arthrose durch Trauma oder Abrieb. In beiden Fällen entstehen also - entweder plötzlich oder langsam - Löcher in der harten Deckschicht des gelenkbildenden Knochens (Kortikalis). Knorpelstückchen und Gelenkhaut gelangen dann langsam in den darunterliegenden Knochen und werden von einsprossendem Gefäßbindegewebe abgebaut. Es entstehen mit zerfallenden Gewebsresten angefüllte Vertiefungen mit verkalkter Begrenzung.

Nach Primärläsionen und Sekundärläsionen des Gelenkknorpels geschieht folgendes: Nach Öffnung der Markhöhle durch primäre oder sekundäre Beschädigung dringen Blutgefäße, Fibroblasten und Bindegewebsfasern von der Gelenkoberfläche nach Innen vor und verursachen zunächst mit Granulationsgewebe eine lockere Narbe, womit sich die Knochenläsion schließt.

Therapie

Standard ist bei erheblicher Arthrose die Implantation einer Gelenkprothese.

Bei kleineren Läsionen - wie bei beginnender Arthrose (dann besser schon vorher) - kann man zunächst Naturmittel versuchen (Ärztezeitung):

1. „Orales Glucosamin bremst die Gonarthrose“.[1]

2. Besonders Kombinationsmittel von Glucosamin und Chondroitin und evtl. MSM sollen - laut bekannten Doppelblindstudien - den (weiteren) Abrieb von Knorpelsubstanz zumindest so wesentlich verhindern, daß der Degenarationsprozeß noch erheblich verzögert werde - s. unten.

3. Symptomantisch erscheint auch die Injektion von Hyaluronsäure (oft nur Hyaluron genannt) manchmal hilfreich, denn das entzündete Gelenk produziert nicht mehr ausreichend natürliche "Gelenkschmiere" mit Folgen wie beim o.g. "Kolbenfresser" im Motor.

4. „Hyaluronsäure schmiert Gelenke und reduziert Schmerzen“.[2]

5. Selbstheilung von Arthrose durch natürliche Abrasion (operativ "Gelenktoilette" genannt), bis hin zu Geröllzysten (selten): Diss. Tanja Zimmering aus der Klinik für Pferde und dem Institut für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Zitat:

Durch die fibrös-narbige Remodellierung wird die Gelenkfläche wieder weitgehend funktionsfähig“, und: „bei Pferden wurde mit zunehmendem Alter die Narbenbildung langsam faserreicher und zellärmer und deren Gelenkoberfläche wurde unter mechanischer Belastung teilweise sogar wieder geglättet“.[3]

Quellen

  1. Ärztezeitung 2/2001
  2. Ärztezeitung 4/2006
  3. Diss. Tanja Zimmering: Röntgenologische und arthroskopische Untersuchung im Vergleich zur lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik am klinisch gesunden Fesselgelenk des Pferdes
  • Thieme-Verlag - (zum Begriff, s. dort Inhalt S.64)
  • Uni Basel
  • Uniklnik Saarland
  • Ruhr-Uni Bochum
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Geröllzyste aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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