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Cor pulmonale



Klassifikation nach ICD-10
I26.0 Lungenembolie mit Angabe eines akuten Cor pulmonale
I27.0 Primäre pulmonale Hypertonie
I27.1 Kyphoskoliotische Herzkrankheit
I27.2 Sonstige näher bezeichnete sekundäre pulmonale Hypertonie
I27.9 Pulmonale Herzkrankheit, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Cor pulmonale (lat.: „Lungenherz“) bezeichnet ein druckbelastetes rechtes Herz infolge einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie), wenn deren Ursache in der Lunge und nicht am Herzen zu finden ist. Diese Drucksteigerung kann verschiedene Ursachen haben, von der Lungenembolie über die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bis hin zu der weltweit verbreiteten Wurmerkrankung Schistosomiasis. Damit sind auch die Therapiemöglichkeiten des Cor pulmonale so verschieden, dass der Begriff immer seltener benutzt und stattdessen die modernere Nomenklatur der pulmonalen Hypertonie (siehe dort) angewandt wird.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Formen

Man unterscheidet vor allem

  • das akute Cor pulmonale und
  • das chronische Cor pulmonale.

Weitere Einteilungen erfolgen nach dem Schweregrad und nach den auslösenden Ursachen.

Ursachen

Durch einen hohen Blutdruck im kleinen Kreislauf wird das rechte Herz belastet. Dieser pulmonale Hochdruck wird durch eine Lungenembolie oder durch andere Lungenkrankheiten wie beispielsweise:

  • Lungenemphysem
  • langjährige chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)
  • Pleuraschwarten
  • Kyphoskoliose

ausgelöst. Die Folge der Lungenerkrankung ist ein erhöhter Widerstand der Lungenstrombahn. Die Widerstandserhöhung wird durch Engstellung der Lungenarterien oder durch eine Verringerung und Verödung (Rarifizierung) von Lungengefäßen verursacht.

Symptome

Bei leichteren Fällen von chronischem Cor pulmonale können Symptome in Ruhe fehlen. Ansonsten ist das Leitsymptom die Atemnot unter Belastung oder bereits in Ruhe. Weitere Symptome können sein:

Beim schweren akuten Cor pulmonale z. B. infolge einer Lungenembolie kommt es zur Atemnot, Blässe und Zyanose. Es tritt ein Kreislaufschock auf, der bis zum kompletten Rechtsherzversagen und zum Tode führen kann.

Untersuchungsmöglichkeiten

  • Sauerstoffsättigung
  • EKG:
    • »P pulmonale«
    • abnorme Rechtsabweichung des P-Vektors
    • S I und. Q III Lagetyp
    • links-verschobener R/S-Übergang.
    • Steiltyp bis Rechtstyp
    • Rechtsverspätung bei Schenkelblock
  • Echokardiografie
    • Verdickte Wand des rechten Ventrikels im subcostalen Schnitt
    • Vergrößerung des rechten Vorhofes und der rechten Kammer
    • Trikuspidalinsuffizienz
    • Hoher Druckgradient der Trikuspidalinsuffizienz
    • gestaute Lebervenen
  • Druckmessung
    • erhöhter pulmonalarterieller Druck
    • Ruhemessung , Belastungsmessung
  • CT
    • Nachweis von Thromben in den Lungenarterien
  • Röntgen Thorax
  • Lungenfunktion
  • Spiroergometrie

Behandlungsmöglichkeiten

  • Behandlung der Lungengrunderkrankung
  • Behandlung der Lungenembolie
  • Sauerstoffgabe, auch als Langzeittherapie
  • Beatmung
  • Drucksenkung im kleinen Kreislauf
    • Nitrate
    • Diuretika
    • ACE-Hemmer

Siehe auch

Pulmonalarterie -- Lungenembolie --

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Cor_pulmonale aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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