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Ciclosporin



Strukturformel
Bezeichnungen
Freiname Ciclosporin
IUPAC-Name cyclo-(L-Alanyl-D-alanyl- N-methyl-L-leucyl-N-methyl-L- leucyl-N-methyl-L-valyl-3- hydroxy-N,4-dimethyl-L-2-amino- 6-octenoy-l-L-a-amino-butyryl -N-methylglycyl-N-methyl-L- leucyl-L-valyl-N-methyl-L-leucyl)
Summenformel C62H111N11O12
CAS-Nummer 59865-13-3
Chemisch-physikalische Daten
Molare Masse 1202,61 g/mol
Schmelzpunkt
Siedepunkt

Ciclosporin (alte Schreibweise: Cyclosporin A) ist ein aus dem norwegischen Schlauchpilzen Tolypocladium inflatum (Gams) und Cylindrocarpon lucidum (Booth) isoliertes zyklisches Protein, das aus elf Aminosäuren besteht. Es wird als Calcineurin-Inhibitor vor allem in der Transplantationsmedizin verwendet. Als Medikament eingesetzt, besitzt es eine enge therapeutische Breite, so dass bei innerlicher Anwendung regelmäßige Blutspiegelkontrollen (therapeutisches Drug monitoring) erforderlich sind. Bei einer Transplantation wurde Ciclosporin zum ersten Mal 1978 eingesetzt. Die Verwendung revolutionierte diesen Teilbereich der Medizin, die Überlebenszeit der Patienten stieg deutlich.

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Inhaltsverzeichnis

Pharmakologie

Wirkmechanismus

Ciclosporin bindet an Calcineurin und blockiert im Zellplasma so die Bindung an NF-AT (nuclear factor activating T-Cell), ein Gen-regulierendes Protein. In aktivierten T-Zellen ist Calcineurin für die Dephosphorylierung von NF-AT verantwortlich. Daraufhin kann NF-AT in den Zellkern transloziert werden und dort die Transkription von zahlreichen Zytokinen und Zelloberflächenrezeptoren (u. a. Interleukin-2 und Gamma-Interferon) aktivieren. Außerdem wird die Aktivierung und Vermehrung von Lymphozyten gehemmt. Auf diese Weise wirkt es als Immunsuppressivum.

Anwendungsgebiete

Colitis ulcerosa, Glomerulonephritis, Hauterkrankungen sowie chronische Entzündungszustände der Bindehaut und der Cornea (Ciclosporin-A Augentropfen nach NRF 15.21).

In der Tiermedizin wird es gelegentlich bei der der Atopischen Dermatitis des Hundes eingesetzt.

Bei der Behandlung von Tumoren verhindert es zusammen mit Verapamil den Transport von bestimmten Tumorchemotherapeutika aus der Zelle durch das multidrug resistant protein Glykoprotein P-170.

Nach Transplantationen, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind Schädigung der Nieren, der Leber und des Magen-Darm-Trakts. Außerdem kann Ciclosporin zu Zahnfleischwucherung, Hirsutismus, zu Ödemen und zu Bluthochdruck führen.

Regelmäßige Einnahme hoher Dosen, wie es bei Transplantationspatienten der Fall ist, hat folgende Wirkung: Durch die Schwächung des Immunsystems steigt das Krebsrisiko, jeder vierte bis fünfte Patient erkrankt an einem Tumor. Infektionen, erhöhte Blutfettwerte sowie andere Nebenwirkungen. Cyclosporin führt zu Fibroadenomen.

 

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ciclosporin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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