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Anterograde Amnesie



Klassifikation nach ICD-10
R41.1 Anterograde Amnesie
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Bei der anterograden Amnesie ist die Merkfähigkeit neuer Bewusstseinsinhalte massiv reduziert. So können neue Dinge nur noch für ein bis zwei Minuten im Gedächtnis aufrechterhalten werden, bis diese wieder vergessen gehen.

Gründe sind der Ausfall des wesentlichen Neuronenkreises im limbischen Systems (Papez-Kreis) oder der Untergang der Neuronen im Nucleus basalis Meynert (Morbus Alzheimer).

Medizinisch erwünscht ist die anterograde Amnesie bei geplanten Operationen. Das Benzodiazepin Midazolam wird hierbei verwendet wegen seiner Wirkung der anterograden Amnesie und der Anxiolyse zur Prämedikation.

Die Anterograde Amnesie tritt oftmals kombiniert mit einer Retrograden Amnesie auf. So bei Posttraumatischen Amnesien mit Bewusstseinsverlust durch Gehirnerschütterung, in welchen nach dem Erwachen eine anterograde Amnesie in der Zeit der Verwirrung auftritt und meist eine Erinnerungslücke, was unmittelbar vor dem Unfall vorgefallen ist, nicht geschlossen werden kann (retrograde Amnesie). Eine fast ausschliessliche anterograde Amnesie liegt beim Korsakow-Syndrom vor, wovon rund 5 % aller chronischen Alkoholkranken betroffen sind. Vor allem das deklarative Gedächtnis (Faktenwissen), ist stark beeinträchtigt, bei intaktem Allgemeinwissen und Intelligenz und führt meist zur Konfabulation, indem im sozialen Rahmen die Erinnerungslücken durch Geschichten und Notlügen überbrückt werden.

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