Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Sympatrische Artbildung



Als sympatrische Artbildung (auch: sympatrische Speziation) bezeichnet man das Entstehen neuer Arten in einem Gebiet, das von den Morphen gemeinsam besiedelt wird. Sympatrische Artbildung wird also nicht durch geografische Barrieren eingeleitet.

Es gibt zwei Bedingungen für die sympatrische Artbildung:

  • starke Selektion
  • die Wahl des Sexualpartners muss mit jenem Faktor korreliert sein, der die Selektion bedingt.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Beispiele für sympatrische Artbildung

Veränderte Schnabelgröße

Beim Mittel-Grundfink wurden zwei Morphen mit unterschiedlich großen Schnäbeln beobachtet, deren Weibchen sich vorzugsweise mit Männchen der gleichen Morphe verpaaren. Als Ursache für diese „Vorliebe“ bei der Partnerwahl wurden Gesangsunterschiede aufgrund der unterschiedlichen Schnabelgrößen angegeben. [1]

Insekten wechseln die Wirtspflanze

Eine phytophage Insektenart paart sich auf einem Apfelbaum. Gehen sie nun auf eine andere Wirtspflanze (z.B. Zwetschge) über, die etwas später blüht, kommt es zu einem hohen Grad an Selektion. Späte Insekten gehen dann auf die späten Blüher und somit ist eine zeitliche Barriere entstanden zwischen den Apfelbauminsekten und den Zwetschgenbauminsekten.

Die sympatrische Artbildung ist im Prinzip also eine kleinräumige allopatrische Artbildung. Der Unterschied ist, dass es keine geografische, sondern eine zeitliche Barriere gibt.

Sympatrische Artbildung durch Polyploidisierung

Es werden zwei Formen der Artbildung durch Polyploidisierung unterschieden:

  1. Allopolyploidisierung: (allo = verschieden) Nach einer Artkreuzung (oder auch Gattungskreuzung), die normalerweise zu unfruchtbaren (sterilen) Mischlingen führt, erfolgt durch (zufällige) Verdoppelung des Chromosomenbestandes (Genom-Mutation) ein polyploides Lebewesen, welches normale Fruchtbarkeit zeigt. Stammt das Lebewesen von einem solchen Vorgang ab, nennt man es tetraploid (vier Chromosomensätze) oder auch amphidiploid (zweimal zwei (nämlich verschiedene) Chromosomensätze). Beispiele: Kulturweizen, Jostabeere
  2. Autopolyploidisierung: (auto = selbst) Hier erfolgt die Verdoppelung des Chromosomensatzes ohne eine vorhergehende Artkreuzung. Die Nachkommen sind streng tetraploid (hier: vier gleiche Chromosomensätze). Beispiel: Tetra-Roggen

Artbildung durch Polyploidisierung ist ein schlagartiger Isolationsvorgang, der von Individuen ausgeht und zu neuen Arten führt, die mit den Ausgangsformen nicht fruchtbar kreuzbar sind.

Artbildung durch Polyploidisierung spielt nur in der Pflanzenwelt eine Rolle, da es bei polyploiden Tieren zu Störungen in der Geschlechtsausbildung kommt.

Quellen

  1. Sarah K. Huber: Reproductive isolation of sympatric morphs in a population of Darwin's finches. Proceedings of the Royal Society B, online publiziert am 15. Mai 2007, doi:10.1098/rspb.2007.0224

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sympatrische_Artbildung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.