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Schleimpilzroboter



Als Schleimpilzroboter wird ein Roboter bezeichnet, der nicht von einem zentralen Prozessor (CPU), sondern von einem Schleimpilz gelenkt wird.

Ein solcher Roboter wurde 2006 von Soichiro Tsuda, Klaus-Peter Zauner und Yukio-Pegio Gunji an der Universität Kōbe und der Universität Southampton entwickelt. Dabei wird eine Zelle des Schleimpilzes Physarum polycephalum verwendet, um aus der intrazellulären Kommunikation des Pilzes Bewegungsanweisungen für einen auf einem omnidirektionalen Hexapod befestigten autonomen Roboter zu generieren.

Es wird dabei genutzt, dass Schleimpilze in einem bestimmte Entwicklungsstadium — dem amöboiden Plasmodium — ein stark negative Phototaxis zeigen, sich also lichtscheu verhalten und auf Lichteinstrahlung durch Zurückziehen in dunkle Bereiche reagieren. Auf diese Weise gelang es, einen höchst effektiven Roboter zu konstruieren, der sich optimal an Umwelteinflüsse anpassen kann.

„Computer sind gut geeignet für vorhersagbare Aufgaben. Aber wenn es ums improvisieren geht, sind biologische Systeme unschlagbar. … Vielleicht werden ähnliche Systeme in ein paar Jahren in der Raumfahrt eingesetzt.“

K.-P. Zauner: DER SPIEGEL. Hamburg 2006,9, 137.

Literatur

  • Tsuda, S., Zauner, K.-P. und Gunji, Y.-P.: Robot Control with Biological Cells. In: Proceedings of Sixth International Workshop on Information Processing in Cells and Tissues, S. 202-216, St. William's College, York, 2005.
 
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