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Puromycin



  Puromycin (auch Purimycin) ist ein aus dem Bakterium Streptomyces alboniger gewonnenes Nucleosid-Antibiotikum, das die Protein-Biosynthese hemmt und damit gegen einige Tumore, Amöben, Trypanosomen und Würmer wirksam ist. Da es aber für den Menschen zu giftig ist, wird es nur bei Experimenten in der Mikrobiologie eingesetzt. Strukturell leitet es sich von Adenosin ab.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Wirkung

Puromycin wirkt auf zweierlei Weisen:

  • Termination der Translation: Puromycin inhibiert die Translation, indem es eine verfrühte Termination einleitet. Dies geschieht dadurch, dass sich das Puromycin während der Transpeptidation anstatt einer tyrosyl-tRNA an die Eingangsstelle (A-Stelle) des Ribosoms bindet. Ein Teil des Moleküls ähnelt dabei dem 3’-Ende (CCA) der Aminoacyl-tRNAs. Aus diesem Grund wird die sich in der Elongation befindliche Polypeptidkette auf den Pseudoaminosäurearm des Puromycins übertragen und es kommt zu einer verfrühten Termination der Translation.
  • Inhibierung des Proteinimportes: Puromycin hemmt den Proteinimport in Mitochondrien, indem er eine intramitochondriale, ATP-abhängige Reaktion behindert.

Verwendung

Puromycin wird ausschließlich für Forschungszwecke eingesetzt. Es findet keine Verwendung in der modernen Medizin, da es keine Unterscheidung zwischen den Zellen von Pro- und Eukaryonten machen kann. Es handelt sich deshalb bei Puromycin um einen Grenzfall zwischen Antibiotikum und Toxin. Ein weiterer Verwendungszweck in der Forschung ist seine Wirkung als Inhibitor verschiedener Aminopeptidasen, den so genannten Puromycin-sensitiven Aminopeptidasen. Seine Wirkung in diesem Anwendungsgebiet ist allerdings nicht nur auf diese Aminopeptidasen beschränkt, sondern wirkt auch auf andere Aminopeptidasen mit unterschiedlich starker Wirkung.


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