Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Pubarche



Unter Pubarche (lat.-altgr.: von lat. Pub- / Pubes für „weibliche Scham, Schamhaare“ ; und altgr. arche für „Anfang“ oder „Ursprung“) versteht man den Beginn der in der Regel schon vor der Pubertät unter Einwirkung der ansteigenden Produktion von Geschlechtshormonen auftretenden, langsam und kontinuierlich verlaufenden Entwicklung der weiblichen und männlichen Schambehaarung. Oft versteht man unter diesem Begriff nicht einen präzisen Zeitpunkt, sondern eine erste Zeitspanne oder einen ersten Ablauf am Anfang einer länger andauernden Entwicklung.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Physiologie

Allgemein

Heutzutage beginnen im gesunden, wohlernährten menschlichen Körper in der Regel ab einem Alter von acht oder neun Jahren die der Pubertät zugrunde liegenden hormonellen Veränderungen. Es kommt zu einem langsamen Zugewinn an Körpergröße, da vermehrt Wachstumshormone und Thyroxin ausgeschüttet werden. Gleichzeitig wird durch die Produktion von Geschlechtshormonen die sexuellen Reifung ausgelöst und befördert. Sowohl Östrogene als auch Androgene wie beispielsweise Testosteron kommen im männlichen als auch im weiblichen Körper vor, jedoch in jeweils verschiedenen Mengen. Östrogene werden als weibliche und Androgene als männliche Geschlechtshormone angesehen.

Jungen

Unter dem Ansteigen der Gonadotropinkonzentration im Blut erhöht sich bei Jungen schon deutlich vor der eigentlichen Pubertät die Testosteronproduktion in den Leydischen Zwischzellen der Hoden. Dieses männliche Geschlechtshormon prägt die sekundären Geschlechtsmerkmale und ist damit unter anderem auch verantwortlich für zunächst den Beginn Scham- und Achselbehaarung und im Verlauf der Pubertät auch der sich ausprägenden Körperbehaarung wie beispielsweise Barthaar und Brustbehaarung.

 

Mädchen

Auch bei den Mädchen beginnen heutzutage in der Regel ab einem Alter von acht oder neun Jahren die der Geschlechtsreifung und damit auch der Pubertät zugrunde liegenden hormonellen Veränderungen. Es kommt auch bei ihnen schon deutlich vor dem Beginn der eigentlichen Pubertät zu einer kontinuierlich ansteigenden Produktion von sowohl in erster Linie weiblichen, aber eben auch männlichen Geschlechtshormonen. Die in den weiblichen Nebennieren hergestellten Androgene beeinflussen dann das Längenwachstum der Mädchen und regen auch das Wachstum insbesondere der Achsel- und Schamhaare an.

Entwicklungsstadien

Nach James Mourilyan Tanner werden in der Gesamtentwickluung der weiblichen Schambehaarung sechs Stadien unterschieden:

  • P1: keine Behaarung
  • P2: wenige Schamhaare an den Labia maiora
  • P3: kräftige Behaarung von umschriebener Ausdehnung
  • P4: Erwachsenenbehaarung, aber noch geringere Ausdehnung
  • P5: normale Erwachsenenbehaarung, nach oben horizontal scharf begrenzt
  • P6: zum Nabel ansteigende und auf Oberschenkel übergreifende Behaarung: pathologisch

Siehe auch

Literatur

  • W.D. Keidel: Kurzgefasstes Lehrbuch der Physiologie, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1970
  • E. J. Haeberle: Die Sexualität des Menschen, Walter de Gruyter, Berlin – New York 1983, ISBN 3-11-008753-7
  • Werner Stangl: Körperliche und sexuelle Entwicklung im Jugendalter


Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pubarche aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.