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Parietallappen



  Der Parietallappen (Lobus parietalis, „Scheitellappen“) ist ein Abschnitt des Großhirns. Seine vordere Begrenzung wird durch die Zentralfurche (Sulcus centralis) gebildet. Seine hintere Grenze zum Occipitallappen erstreckt sich in einer gedachten Linie vom Sulcus parieto-occipitalis in Richtung Incisura prae-occipitalis. Seine untere (ventrale) Grenze zum Temporallappen befindet sich auf Höhe des Sulcus lateralis (Sylvische Fissur).

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Der Parietallappen beherbergt noch zwei weitere wichtige anatomische Strukturen: den Sulcus postcentralis, welcher parallel zur Zentralfurche verläuft und den anterioren Parietallappen begrenzt. An den Sulcus postcentralis häufig angeschlossen findet sich der Sulcus intraparietalis, welcher selbst den hinteren Parietallappen (posteriorer Parietalkortex) in ein oberes (superiorer) und unteres (inferiorer) Parietalläppchen (Lobulus parietale) unterteilt.

Funktionen

  • anteriorer (vorderer) Bereich: beteiligt an somatosensorischen Funktionen
  • superiorer (oberer) Bereich: wichtig bei der visuellen Steuerung von Bewegungen und Erkennung von Reizen im betrachterbezogenen Raum, räumliche Aufmerksamkeit (Wechsel von einem Reiz auf den anderen wird ermöglicht)
  • inferiorer (unterer) Bereich: räumliches Denken, "quasi-räumliche" Prozesse (Rechnen, Lesen)

Als ein weiteres separates Funktionszentrum lässt sich der Sulcus intraparietalis ansehen, welcher sowohl bei Rhesus-Affen als auch beim Menschen aus mehreren funktionellen Arealen besteht, welche als Schnittstelle zwischen den Sinnessystemen (vor allem des visuellen Systems) und dem motorischen System für die Berechnung, Ausführung und Kontrolle von Hand und Augenbewegungen fungieren. Die genaue Anzahl dieser Areale und ihre Funktion sind derzeit Gegenstand der aktuellen Hirnforschung (Brain mapping).

 
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