Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Organisches Psychosyndrom



Ein Organisches Psychosyndrom (OPS) ist eine psychische Veränderung des Menschen als Folge einer organischen Erkrankung des Gehirns (auch Hirnorganisches Psychosyndrom - HOPS) oder des Körpers allgemein. Als organisch bedingtes ist es abzugrenzen gegen endogene, durch Veranlagung bedingte Psychosen (Schizophrenie und Depression/Manie) sowie gegen exogene, durch äußere Faktoren ausgelöste psychotische Störungen. Als typisch gilt die begleitende Bewußtseinsstörung (Vigilanz oder Orientiertheit), die nicht bei endogenen oder exogenen Ursachen auftritt. Es ist zwischen akutem und chronischem OPS zu unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Akute organische Psychosyndrome

In Anlehnung an die von Karl Bonhoeffer 1917 postulierten "Exogenen Reaktionstypen" werden die folgenden akuten organischen Psychosyndrome unterschieden:

Unruhe, Erregung, Sinnestäuschung, Herzrasen, Schwitzen
Gedächtnisstörung, besonders Neugedächtnisstörung
  • Dämmerzustand
Schläfrigkeit und Denkstörung, oft Gedächtnisstörung
  • isolierte Bewußtseinstrübung
Schläfrigkeit bis Koma
Orientierungsstörung, Denkstörung
  • aspontanes Syndrom
Antriebsstörung (fehlende Willküraktivität trotz Wachheit)
  • affektives Syndrom
Stimmungsänderung, meist gereizt, depressiv oder aggressiv, aber auch manisch usw.
im Vordergrund stehende Sinnestäuschungen

Die akuten OPS gelten als rückbildungsfähig, können aber in Abhängigkeit von der Ursache auch in eine chronische Form übergehen.

Chronische organische Psychosyndrome

Chronische organische Psychosyndrome können wiederum in Abhängigkeit von der Ursache stabil oder progredient sein. Es werden folgende Formen unterschieden:

  • organische Persönlichkeitsänderung (auch "Wesensänderung")
meist reizbar oder apathisch, aber auch euphorisch und kritiklos
Abnahme der intellektuellen Leistung durch meist Denk- und Gedächtnisstörungen
Antriebs- und Konzentrationsstörung, weniger Denk- oder Gedächtnisstörungen beeinträchtigen die psychischen Leistungen
  • hirnlokale Psychosyndrome
z.B. Frontalhirnsyndrome, Korsakow-Syndrom, Klüver-Bucy-Syndrom
  • Defektsyndrome nach Koma
Apallisches Syndrom, Akinetischer Mutismus, Hypersomnie-Syndrom

Ursachen

  • hirneigene Erkrankungen
* Demenzen, andere neurodegenerative Erkrankungen (z.B. atypische Parkinson-Syndrome)
* Hirntumoren
* Encephalitis
* Schädel-Hirn-Trauma
* Epilepsie
  • körperliche Erkrankungen
* Intoxikation
* Stoffwechselstörung (Diabetes, Urämie, Leberversagen)
* Sauerstoffmangel (Hypoxie)

Behandlung

Beim akuten OPS steht die Behandlung der Ursache an erster Stelle. Dies ist für die Prognose absolut entscheidend.

Beim neu aufgetretenen chronischen OPS sollte zunächst eine Rehabilitation bedacht werden. Ansonsten bleibt nur die Behandlung belastender Symptome, z.B. einer Depression, von Halluzinationen oder Unruhezuständen.

Prognose

Die weitere Entwicklung ist von der Ursache abhängig. Je schneller die Ursache der Schädigung behoben wird, desto besser ist die Chance auf Erholung. Besonders anschaulich ist dies am Beispiel des Sauerstoffmangels nachzuvollziehen. Akut kommt es rasch zur Bewußtlosigkeit, bleibende Schäden sind bereits nach einigen Minuten wahrscheinlich.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Organisches_Psychosyndrom aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.