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Obliquus-superior-Myokymie



Klassifikation nach ICD-10
G52.8 Krankheiten sonstiger näher bezeichneter Hirnnerven
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Die Obliquus-superior-Myokymie ist eine sehr seltene Form eines Augenzitterns und nicht zu verwechseln mit einem Nystagmus. Es handelt sich hierbei um einen episodisch auftretenden, monokularen Mikrotremor des Musculus obliquus superior, der durch unkontrollierte Aktivitäten einzelner Fasern des Nervus trochlearis zustande kommt.

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Inhaltsverzeichnis

Symptomatik

In Abhängigkeit von der Blickrichtung zeigt das betroffene Auge nach unterschiedlichen Aktivitätsintervallen ein feines, vertikales bzw. rotierendes und mehrere Sekunden lang anhaltendes Zittern, während in den Intervallen selbst der Befund meistens vollkommen normal ist. Diese Bewegungen werden in der Regel von dem Patienten selbst gespürt. Gleichzeitig treten Scheinbewegungen (Oszillopsien) auf. Häufig sind die Bewegungen überhaupt nur mit Hilfe einer Spaltlampenuntersuchung festzustellen und für den Untersucher sichtbar zu machen.

Ätiologie

Die Obliquus-superior-Myokymie ist eine gutartige Erkrankung unklarer Ursache. Nur in seltenen Fällen weist der betroffene Muskel eine Parese auf. In der Regel zeigen die Patienten keine sonstigen neurologischen Störungen. Es wurden jedoch je ein gleichzeitiger Fall von Bleivergiftung und Adrenoleukodystrophie beschrieben, die jedoch auch auf ein zufälliges Zusammentreffen zurückführbar sein könnten.

Therapie

In den meisten Fällen verschwindet die Obliquus-superior-Myokymie spontan von selbst. Liegen jedoch erhebliche Beschwerden vor, kann eine membranstabilisierende medikamentöse Behandlung in Frage kommen. Ist hierdurch auch nach monatelanger Gabe keine Besserung zu erzielen, ist in der Regel eine Durchtrennung und Exzision der Sehne des M. Obliquus superior indiziert, da eine halbherzige Schwächung des Muskels offenbar leicht zu Rezidiven führen kann. Die resultierende Parese des M. obliquus superior muss dann durch Operationen an den anderen Augenmuskeln ausgeglichen werden.

  • Trotz der meist sehr charakteristischen Anamnese, die die Patienten vortragen, werden sie häufig als Hysteriker verkannt. Eine korrekte Diagnose wäre leicht zu stellen, würde man überhaupt an sie denken.

Literatur

  • Herbert Kaufmann: Strabismus. Unter Mitarbeit von W. de Decker u. a., Stuttgart: Enke, 1986, ISBN 3-432-95391-7
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