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Molekulare Bildgebung



Mit dem Begriff Molekulare Bildgebung (en: molecular imaging) wird die Diagnose von Krankheiten auf molekularen Ebene, mittels bildgebender Verfahren am Patienten bezeichnet.

Mit den Erkenntnissen der biochemischen Forschung und der Molekularbiologie ist es prinzipiell möglich Krankheiten auf molekulare Abnormalitäten zurückzuführen. Das Ziel der Molekularen Bildgebung ist es, diese molekularen Signaturen von Krankheiten zu detektieren und für die medizinische Diagnose zu nutzen. Im Idealfall lassen sich damit Krankheiten bereits vor dem Ausbruch der ersten Symptome diagnostizieren und therapieren.[1]

Die Molekulare Bildgebung ist, wie auch das Theranostik-Konzept Teil eines Paradigmenwechsels im bestehenden Gesundheitssystem, der vom derzeitigen „Krankenservice“ zu einem prophylaktischen Gesundheitsservice führen soll. Damit wird die Erhaltung der Gesundheit und nicht mehr ihre Wiederherstellung, in den Mittelpunkt der medizinischen Versorgung gestellt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Das Prinzip der Molekularen Bildgebung

An ein signalgebendes Molekül oder Atom wird ein Transportmolekül oder –partikel (beispielsweise ein Nanopartikel) gekoppelt, das zudem mit einer „Zielfindungseinheit“ verbunden ist.[2] Letzteres können bestimmte Liganden wie beispielsweise Antikörper oder deren Fragmente, Aptamere, einfache Peptidsequenzen oder Oligonukleotide sein. Diese Liganden sind spezifisch für molekulare Marker bestimmter Krankheiten. Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip binden sie mit möglichst hoher Selektivität am kranken Gewebe und bewirken so eine Anreicherung der an sie gebundenen signalgebenden Moleküle. Die wiederum können von außen mittels bildgebender Verfahren detektiert und lokalisiert werden.


Bildgebende Moleküle

Am weitesten fortgeschritten und etabliert ist die Molekulare Bildgebung mit Radionukliden. Der Zerfall der radioaktiven Isotope kann mit den bildgebenden Verfahren Szintigrafie, Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder SPECT (single photon emission computed tomography) mit hoher Empfindlichkeit und sehr geringen Dosen im picomolaren Bereich detektiert werden (siehe Hauptartikel: Nuklearmedizin).

Die Hauptnachteile der Bildgebung mit Radionukliden sind, neben den hohen Kosten dieser Verfahren, vor allem die Strahlenbelastung für den Patienten. Sie verhindern, dass diese Verfahren beispielsweise routinemäßig zur Früherkennung oder zur permanenten Therapiekontrolle eingesetzt werden können. Für die Realisierung des Konzeptes der Molekularen Bildgebung wird deshalb derzeit an einer Vielzahl von weiteren Diagnoseverfahren gearbeitet. Dazu zählen vor allem die Magnetresonanztomografie, die Sonografie (Bildgebung durch Ultraschall) und optische Verfahren (meist mittels Fluoreszenz).

Beispiele

Siehe auch

In-vivo-Diagnostika

Einzelnachweise

  1. Lamerichs R et.al., Molecular Imaging: the road to better healthcare., in Medicamundi, 47/2003, S.2–9.
  2. a b Wagner V, Wechsler D, Technologiefrüherkennung: Nanobiotechnologie II: Anwendungen in der Medizin und Pharmazie, VDI Technologiezentrum, 2004

Literatur

  • Fuchs V.R.,Sox H.C. Jr., Health Affairs 2001: 20(5), 30–42
  • Weissleder R, Mahmood U, Molecular imaging., in Radiology, 219/2001, S.316–33.
  • Piwnica-worms D, Luker KE, Imaging Protein-protein interactions in whole cells and living animals., in Ernst Schering Res Found Workshop, 49/2005, S.35–41.
  • Massoud TF, Gambhir SS, Molecular imaging in living subjects: seeing fundamental biological processes in a new light, in Genes & Development, 2003, S. 545–80
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Molekulare_Bildgebung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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