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Mobilität



Mobilität (lat. mobilitas, Beweglichkeit) wird abstrakt im Sinne von Beweglichkeit oder Bewegung benutzt, wobei eine einheitliche Definition fehlt. Der Begriff wird meist mithilfe eines Attributs genauer definiert; ansonsten wäre Mobilität gleichbedeutend mit Flexibilität.[1]

Inhaltsverzeichnis

Grundlegend verschiedene Attribute

Der Begriff Mobilität wird mithilfe folgender Attribute genauer definiert:

  • im Zusammenhang mit Barrierefreiheit bezeichnet der Begriff Bewegungsvorgänge von Menschen in räumlichen und sozialen Bereichen (siehe Medizin bzw. Informationelle Mobilität).
  • elektrische Mobilität: Im elektrischen Transport bezeichnet die Mobilität μ die Beweglichkeit der Ladungsträger in einem Leiter bei angelegtem elektrischen Feld (vgl. Beweglichkeit).
  • geistige Mobilität: Fähigkeit, flexibel und in Alternativen zu denken (vgl. geistige Beweglichkeit)
  • Informationelle Mobilität, Austausch von Informationen ohne räumliche Bewegung und ohne großen Zeitverzug (vgl. Kommunikation).
    • Virtuelle Mobilität, Austausch von Informationen über das Internet (vgl. E-Mobility).
  • Ökonomische Mobilität beschreibt den Grad an Veränderung den eine Person in einer bestimmten Gesellschaft im Laufe ihres Lebens an ihrem sozioökonomischen Status erleben kann.
  • Räumliche Mobilität, Beweglichkeit im geographischen Raum. Dies lässt sich weiter aufteilen in
    • Zirkuläre Mobilität, regelmäßige Bewegung, bei der man zum Wohnsitz zurückkehrt.
    • Residenzielle Mobilität, Beweglichkeit des Wohnsitzes.
  • Soziale Mobilität, Bewegungen zwischen sozialen Positionen.
    • Vertikale soziale Mobilität, Auf- und Abstieg von Personen(gruppen) zwischen verschiedenen sozialen Positionen oder Ständen.
      • Intragenerationale Mobilität, gesellschaftlicher Auf- und Abstieg während eines Lebens.
      • Intergenerationale Mobilität, gesellschaftlicher Auf- und Abstieg von der Eltern- zur Kindgeneration.
    • Horizontale soziale Mobilität, Veränderungen der eigenen Position (Arbeit, Einkommen) führen nicht zu einer veränderten Schichtzugehörigkeit.

Mobilität in der Medizin

Im medizinischen und pflegerischen Bereich kann der Begriff die aktive Bewegung von Personen oder passiv die Beweglichkeit von Körperteilen oder Organen bezeichnen. Die Bewegungsfähigkeit wird in pflegerischen Konzepten auch eine grundlegende Aktivität des täglichen Lebens genannt.

Fähigkeit zur Eigenbewegung von Personen

Die Fähigkeit umfasst verschiedene Steuerungsvorgänge und Bewegungsabläufe:

  • mentale Steuerung (Willen, Entschluss, Koordination der Muskelbewegung)
  • Positionsveränderungen im Liegen oder Sitzen aus eigener Kraft
  • Transfer, den Übergang von einer solchen Position in eine andere oder in eine kontinuierliche Bewegung (z. B. vom Bett auf den daneben stehenden Stuhl)
  • Gehen (auch Krabbeln, Rutschen, Kriechen)
  • Stehen oder Halten einer gebeugten Position (Gleichgewicht, Belastung aushalten, auch Sich Stützen)
  • Fortbewegung (auch mit Hilfsmitteln wie Fahren im Rollstuhl, Gehen mit Unterarmstütze, Rollator etc.)

Grad der Eigenbewegungen

Ein Ausdruck für die Fähigkeit zur Eigenbewegung in der Rehabilitationsmedizin oder der Orthopädietechnik sind die Mobilitätsgrade. Mobilitätsgrade werden (nicht einheitlich) fünfach abgestuft von Null bis Vier, sie sind Funktionsbeschreibungen, besonders auch im Umgang mit Hilfsmitteln oder Beinprothesen (Unterschenkel- oder Bein-).

0 - die Fähigkeit zur Bewegung vom Platz weg fehlt (z. B. beinamputierte Person)
  1. - die Fähigkeit, ein Hilfsmittel für den Transfer oder zur Fortbewegung auf ebenen Böden mit geringer Geschwindigkeit zu nutzen. Gehdauer und Gehstrecke ebenso wie die Stehfähigkeit sind stark begrenzt (wenige Meter). Auch als Innenbereichsgeher bezeichnet.
  2. - man kann mit dem Hilfsmittel wie der Prothese mit geringer Geschwindigkeit gehen und niedrige Umwelthindernisse, wie Bordsteine, einzelne Stufen oder unebene Böden, überwinden. Auch als eingeschränkter Außenbereichsgeher bezeichnet.
  3. - man kann sich (evtl. mit Hilfsmittel) in mittlerer bis hoher, auch veränderlicher, Gehgeschwindigkeit fortbewegen und dabei die meisten, üblichen Umwelthindernisse überwinden (Klettern wäre nicht üblich). Auch als uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit durchschnittlichen Aktivitäten bezeichnet.
  4. - der Patient kann sich wie der uneingeschränkte Außenbereichsgeher fortbewegen. Gehdauer und Gehstrecke sind jedoch nicht limitiert. Auch als uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen oder als hochaktiv bezeichnet.

Mobilisation in der Krankengymnastik oder Pflege

Planmäßige Anregung und Hilfestellung zur Bewegung von Personen (Mobilisierung) z.B. durch Physiotherapie, gezielten Muskelaufbau und Training von Bewegungsabläufen. Gegenbegriffe sind immobiler oder bettlägriger Patient.

Beweglichkeit

Die passive Beweglichkeit von Gelenken (Streck- und Beugbarkeit, z.B. hypermobile Lendenwirbelsäule bei Trisomie 21), die Verschiebbarkeit von Organen, Tumoren, Implantaten u. ä. in Bezug auf das umgebende Gewebe. In einer Therapie oder Operation können z. B. fest angewachsene Organe etc. mobilisiert werden.

Siehe auch

  • Mobilie/Fahrnis als Rechtsbegriff im Gegensatz zur Immobilie
  • Mobility
  • zukunftmobil.de Informationsportal zur Zukunft der Mobilität
  • Mobilmachung beim Militär (Mobilmachung von Reserve-Truppen vor Kriegsbeginn, auch Mobilisierung)

Einzelnachweise

  1. Claus J. Tully, Dirk Baier: Mobiler Alltag : Mobilität zwischen Option und Zwang : Vom Zusammenspiel biographischer Motive und sozialer Vorgaben. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15103-7, S. 30
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mobilität aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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