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Mittelohr



Das Mittelohr (lat.: Auris media) ist Bestandteil des Ohres des Menschen, aber auch der anderen landlebenden Wirbeltiere.

  Es besteht aus einer Höhle, die sich an den beiden Seiten des Schädels befindet. Diese Paukenhöhle (Cavum tympani) entsteht embryonal aus der ersten Schlundtasche. Sie ist mit Luft gefüllt und mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die fest mit der Knochenhaut (Periost) verbunden ist. Über die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) ist das Mittelohr mit dem Rachenraum verbunden. Über die Eustachische Röhre findet ein Druckausgleich gegenüber der Außenwelt statt.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Gehörknöchelchen

  Im Mittelohr befinden sich die winzigen Gehörknöchelchen, die das Außenohr mit dem Innenohr verbinden. Mit dem Trommelfell (Membrana tympani) ist der Griff des Hammers (Malleus) verwachsen. Der Hammer ist gelenkig mit dem Amboss (Incus) verbunden, der wiederum mit dem Steigbügel (Stapes) in Kontakt steht. Der Steigbügel ist mit seiner Fußplatte beweglich in das ovale Fenster (Fenestra ovalis oder vestibularis) des Innenohrs (Auris interna) eingepasst.

Die Gehörknöchelchen sind durch feine Bänder und Muskeln beweglich aufgehängt. Sie bilden ein Hebelsystem, das die Schwingungen des Trommelfells mechanisch auf das Innenohr überträgt. Durch die unterschiedlichen Flächen des Trommelfelles und der Steigbügelfußplatte wird dabei eine Impedanztransformation vorgenommen: Niedriger Schalldruck und hohe Schallschnelle am Trommelfell werden in hohen Druck und niedrige Schnelle am Innenohr transformiert. Im Bereich zwischen 1 und 3 kHz ist diese Ankopplung optimal, etwa 60% der gesamten Schallleistung werden vom Trommelfell auf das Innenohr übertragen. Zu den tiefen Frequenzen zu, aber auch im Hochtonbereich wirkt dieser Mechanismus deutlich weniger.

Mittelohrmuskeln

Mit Hilfe von zwei kleinen Muskeln können die Eigenschaften der Schallübertragung verändert werden: Der Musculus tensor tympani setzt am Hammer an und spannt das Trommelfell. Der Musculus stapedius setzt am Steigbügel an und verkantet die Steigbügelplatte im ovalen Fenster. Hierdurch wird die Ankopplung des Trommelfells an das Innenohr verschlechtert, es wird nicht mehr die gesamte Schallleistung an das Innenohr übertragen, sondern ein Teil wird am Trommelfell reflektiert bzw. in die umgebenden Knochen abgeleitet. Hierdurch kann sich das Gehör in gewissen Grenzen vor einer Schädigung durch zu hohen Schalldruck schützen.

Am Schutzmechanismus gegen hohe Schallpegel ist nur der Musculus stapedius beteiligt, er kontrahiert sich als Folge des Stapediusreflexes, der durch lauten Schall ausgelöst wird.[1]. Der Stapediusreflex setzt bei Schallpegeln von 70 - 95 dB (Stapediusreflexschwelle) ein und ist etwa 50 ms nach Einsatz des Schalls wirksam[2]. Der Stapediusreflex wirkt an beiden Ohren, selbst wenn nur ein Ohr mit hohem Schallpegel beschallt wird. Durch eine Impedanzmessung am äußeren Gehörgang kann man den Einsatz des Stapediusreflexes beobachten und dies zu diagnostischen Zwecken nutzen.

Quellen

  1. Djupesland G.: Electromyography of the tympanic muscles in man. Int. Audiol. 4, 33 (1965)
  2. Chiveralls, K., R. FitzSimons: Stapedial reflex action in normal subjects. Brit. J. Audiol. 7, 105 (1972)

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mittelohr aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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