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Leichengift



Leichengift (auch Ptomain, Leichenbase oder Leichenalkaloid genannt) ist eine Bezeichnung für die bei der Eiweißfäulnis durch bakterielle Zersetzung von Lysin und Ornithin entstehenden biogenen Amine Cadaverin (Neuridin) und Putrescin, die ein Grund für den Verwesungsgeruch von Leichen sind. Daneben spielen auch Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff eine Rolle, die zwar an sich giftig sind, aber nicht in hoher Konzentration vorliegen.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Obwohl in kriegerischen Auseinandersetzungen auch Leichen zum Vergiften von Brunnen und Gewässern verwendet wurden, gibt es die Substanz "Leichengift" nicht. Je nach Todesursache und Verwesungsgrad der Leiche ist ein bestimmter Krankheitserreger (beispielsweise Pestbakterien) oder ein Bakterientoxin für die krank machende Wirkung verantwortlich.

Im Umgang mit Leichen z. B. in Bestattungsunternehmen gilt, dass eine schädliche Wirkung infolge Hautkontakt oder Einatmung von "Leichengift" ausgeschlossen ist. Bei oraler Aufnahme oder Übertragung durch Injektion oder Schnittverletzungen (Traumata) sind aber sehr wohl Erkrankungen möglich:

In früheren Zeiten wurden in medizinischen Hörsälen (als die Zusammenhänge noch nicht bekannt waren), auf dem gleichen Tisch sowohl Sektionen von Leichen als auch Operationen durchgeführt, meist zum Nachteil der Patienten, die dann jedoch an Infektionen und nicht durch "Leichengift" verstarben; siehe Ignaz Semmelweis.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Leichengift aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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