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Kurt Schneider



Kurt Schneider (* 7. Januar 1887 in Crailsheim, † 27. Oktober 1967 in Heidelberg) war ein deutscher Psychiater.

Lebenswerk

Schneider gilt als einer der wichtigsten Forscher im Bereich Psychopathologie. Sein Hauptwerk ist die „Klinische Psychopathologie“ die 1967 bereits in der achten Auflage erschien. Seine darin vorgetragene Systematik psychischer Krankheiten ist Vorläufer des heute noch anerkannten triadischen Systems Psychiatrischer Krankheiten (Gerd Huber), das als dritte Gruppe die endogenen Psychosen zählt. Schneider betrachtete diese als Teilgruppe der körperlich begründbaren Psychosen, siehe unten. Bekannt wurde Schneider vor allem durch die Unterscheidung der Symptome 1. und 2. Ranges der Schizophrenie im Jahre 1938. Schneider gilt als ein Vorbild für die Forschungsgruppen, die in den 1970er Jahren die heute gültigen Diagnose-Systeme (ICD und DSM) ausarbeiteten. Er teilte die psychischen Störungen in fünf Gruppen ein:

Seine Krankheitssystematik in engerem Sinne umfasst jedoch nur zwei Gruppen von Erkrankungen:

  • I. Abnorme Spielarten seelischen Wesens (Abnorme Verstandesanlagen, Persönlichkeiten und Erlebnisreaktionen)
  • II. Seelisch Abnormes als Folge von Krankheiten (somatologische bzw. ätiologische Ordnung und psychychologische bzw. symptomatologische Ordnung)

Zu der zweiten Gruppe zählte er Schizophrenie und Zyklothymie, deren somatologische Grundlage jedoch als hypothetisch postuliert wurde.

Leben

Kurt Schneider studierte Medizin und Philosophie in Tübingen, wo er 1912 zum Dr.med. promovierte. Als Oberarzt bei Gustav Aschaffenburg in Köln konnte er sich 1919 habilitieren und 1921 auch noch den Dr.phil. erwerben. 1922 wurde er dort außerordentlicher Professor und 1931 in München Leiter der klinischen Abteilung der „Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut)“, dem heutigen Max-Planck-Instituts für Psychiatrie. Zuletzt war er von 1946 bis 1955 ordentlicher Professor und Direktor der Psychiatrischen Universitätklinik in Heidelberg, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte und begraben ist.

Werke

  • 1922 Der Dichter und die Psychopathologie
  • 1923 Die psychopathischen Persönlichkeiten. Deuticke, Leipzig. - Abb. des Titels in: «Atlas zur Entwicklung der Psychiatrie» [1]
  • 1931 Psychopathologie im Grundriss - zahlr. weitere Auflagen unter dem bekannteren Titel:
  • Klinische Psychopathologie Thieme, Stuttgart
 
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