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Inverse Atmung



Die inverse Atmung ist in der Medizin ein Fachausdruck für eine bestimmte Atemstörung. Bei dieser zieht sich der Brustkorb bei der Einatmung zusammen und bei der Ausatmung dehnt er sich scheinbar wieder aus, was genau der umgekehrten (inversen) normalen Atmungsbewegung entspricht. Die Symptome haben eine gewisse Ähnlichkeit mit der paradoxen Atmung, die Ursache ist jedoch eine andere, weshalb eine korrekte Differenzialdiagnose notwendig ist.

Die inverse Atmung tritt auf, wenn es zu einer totalen Blockade der oberen Atemwege oder der Luftröhre kommt. Dies kann beispielsweise beim irrtümlichen Einatmen eines Fremdkörpers geschehen (Fremdkörper-Aspiration), auch eine Schwellung oder ein Laryngospasmus können eine inverse Atmung verursachen. Normalerweise erfolgt bei der Einatmung durch Kontraktion der Zwischenrippenmuskulator eine Hebung des Brustkorbes, wodurch der Unterdruck in der Lunge vergrößert wird, Außenluft einströmt und sich die Lungen füllen. Sind die Atemwege jedoch blockiert, können sich die Lungen nicht mit Luft füllen. Der Brustkorb hebt sich nur leicht, bei konstantem Volumen wird das Zwerchfell in den Brustraum gezogen - bei Anspannung des Zwerchfells senkt sich der Brustkorb entsprechend. Diese Bewegungen können wie eine Atembewegung aussehen, jedoch wegen der Atemwegsblockade nicht die Lunge belüften.

Eine totale Blockade der Atemwege führt ohne Behandlung unweigerlich zum Tod, deswegen muss bei einem Patienten mit Atemnot und inverser Atmung versucht werden, die Blockierung der Atemwege zu beseitigen und der Rettungsdienst verständigt werden.

Hiervon zu unterscheiden ist die inverse Beatmung (engl. inverse ratio ventilation), bei der das zeitliche Verhältnis von Ein- und Ausatmung zugunsten der Einatmung verändert wird.
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