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Alprazolam



Steckbrief
Name (INN) Alprazolam
Wirkungsgruppe

Benzodiazepin

Handelsnamen
  • Xanax®
  • Xanor®
  • Alplax®
  • Cassadan®
  • Tafil®
Klassifikation
ATC-Code N05BA12
CAS-Nummer 28981-97-7
Verschreibungspflichtig: JA

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Fachinformation (Alprazolam)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: 8-Chloro-1-methyl-6-phenyl -4H-[1,2,4]-triazolo[4,3-α] [1,4]benzodiazepin
Summenformel C17H13ClN4
Molare Masse 308,8 g/mol

Alprazolam (Handelsname Xanax®) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der kurz wirksamen Benzodiazepine, der zur Behandlung von Angst- und Panikstörungen eingesetzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Alprazolam wirkt beruhigend, entspannend und angstlösend. Es wird zur symptomatischen Behandlung von Angst- und Panikstörungen eingesetzt, sofern diese schwerwiegend sind und den Patienten stark belasten.

Dosierung, Art & Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer sollte so kurz wie möglich sein (Suchtgefahr!). Die Gesamtbehandlungsdauer darf maximal 8-12 Wochen betragen, bei Xanax® beträgt die Behandlungsdauer in der Indikation Angst- und Panikstörungen abweichend davon maximal 8 Monate. Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Symptomatik und dem Ansprechen des Patienten. Die Tageshöchstdosis von 3 mg sollte aber nicht überschritten werden, beim Auftreten von Nebenwirkungen sollte die Dosis reduziert werden. In der Indikation Angst- und Panikstörungen sind Tagesdosen bis zu 12 mg als therapeutisch wirksam belegt worden. Beim Absetzen von Alprazolam muss die Dosis langsam reduziert werden, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Alprazolam darf nicht angewendet werden bei Patienten, die unter Myasthenia gravis, schwerer Störung der Leber- oder Lungenfunktion oder Schlafapnoe leiden. Alprazolam ist nicht geeignet zur alleinigen Behandlung von Psychosen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Da Alprazolam in der Leber verstoffwechselt wird, unter anderem durch das Cytochrom P450, kann es zu vielfältigen Interaktionen und gegenseitiger Wirkungsbeeinflussung mit anderen Medikamenten kommen. Insbesondere wird die gleichzeitige Behandlung mit Antimykotika wie Ketoconazol oder Itraconazol nicht empfohlen.

Andere im Gehirn wirksame Arzneistoffe wie Neuroleptika, Antihistaminika und Antidepressiva können in ihrer Wirkung verstärkt werden, bzw. ihrerseits die Wirkung von Alprazolam verstärken. Alkohol verstärkt ebenfalls die Wirkung von Alprazolam. Dies hat Auswirkungungen auf die Verkehrstüchtigkeit.

Anwendung während Schwangerschaft & Stillzeit

Für die Anwendung in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit für den Fötus vor, Alprazolam kann jedoch über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf übertreten. Des Weiteren existieren Hinweise auf eine mögliche Schädigung des ungeborenen Lebens, insbesondere im letzten Trimenon der Schwangerschaft. Das Medikament sollte daher nur unter strenger Indikationsstellung verwendet werden. In den USA fällt Alprazolam unter die Kategorie PRC D.

In der Stillzeit darf Alprazolam nicht angewendet werden, da es über die Muttermilch auf den Säugling übertragen werden kann und schwere Nebenwirkungen und körperliche Abhängigkeit auslösen kann.

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)

Alprazolam beeinflusst die Wachheit und kann daher zu Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, einem herabgesetzten Reaktionsvermögen (keine Teilnahme am Straßenverkehr!), Sinnestäuschungen und gedämpften Emotionen führen. Des Weiteren kann eine anterograde Amnesie auftreten. Bei Patienten mit Depressionen kann die depressive Symptomatik verstärkt werden. Besonders bei älteren Patienten kann es zu sogenannten paradoxen Reaktionen durch Alprazolam kommen - treten Ruhelosigkeit, Verwirrung, Agitiertheit oder andere psychische Verhaltensstörungen auf, so muss das Medikament abgesetzt werden.

Durch die Wirkungen auf das vegetative Nervensystem kann es unter anderem zu Appetitstörungen, Harnverhaltung oder unfreiwilligem Harnabgang kommen.

Abhängigkeit und Toleranzentwicklung

Mit der Dauer der Einnahme von Alprazolam über mehrere Wochen kann es durch eine Toleranzentwicklung zum Nachlassen der Wirkung kommen.

Wie alle Benzodiazepine kann auch Alprazolam schon nach kurzer Einnahmedauer zu einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Das Risiko für eine Sucht steigt mit der Höhe der Dosierung und der Länge der Medikamenteneinnahme. Patienten mit bekannten Tablettenabhängigkeit, Drogen- oder Alkoholsucht in der Vorgeschichte haben ein erhöhtes Risiko der Suchtentwicklung.

Wenn es zu einer körperlichen Suchtentwicklung gekommen ist, können beim Absetzen der Medikation schwere Entzugserscheinungen wie Schmerzen, Angstzustände bis hin zu Halluzinationen und epileptischen Anfällen auftreten.

Handelsnamen und Darreichungsformen

Wichtiger Hinweis: Handelsnamen und Darreichungsformen von Arzneistoffen unterliegen keiner Standardisierung. Sie können sich daher in einzelnen Ländern unterscheiden.

Alprazolam wird weltweit unter den verschiedensten Namen vertrieben. In Deutschland, Schweiz und Österreich sind unter anderem folgende Handelsnamen üblich: Xanax®, Xanor®, Tafil®, Cassadan®, Alplax®, Alprazolam-ratiopharm®.

In der Schweiz ist Alprazolam als Retard-Tablette, Handelsname: Xanax® retard zu 0,5 mg, 1 mg, 2 mg und 3 mg, zugelassen.

Pharmakologische Eigenschaften

Wirkungsmechanismus (Pharmakodynamik)

Alprazolam bindet im Gehirn an Benzodiazepinrezeptoren, die ihrerseits GABA-Rezeptoren beeinflussen und erhöht die inhibitorischen Effekte des Neurotransmitters GABA.

Pharmakokinetik der Retard-Tablette

Die verzögerte Wirkstofffreisetzung der Retard-Tablette beeinflusst die Distribution, den Metabolismus und die Elimination von Alprazolam nicht. Die Serumspitzenkonzentrationen werden 5 bis 11 Stunden nach der Gabe einer Retard-Tablette erreicht.

Toxikologie

Eine Überdosierung von Alprazolam führt zu einer allgemeinen zentralnervösen Dämpfung, die von Benommenheit bis hin zum Koma reichen kann. Durch die alleinige Einnahme von Alprazolam besteht im Allgemeinen keine Lebensgefahr, es sei denn in Kombination mit anderen zentral wirksamen Substanzen oder Alkohol; hierdurch kann es zum Atemstillstand kommen und eine Unterstützung der Vitalfunktionen nötig werden.

Zur Entgiftung kann bei bewusstseinsklaren Patienten Erbrechen herbeigeführt werden bzw. nach Intubation eine Magenspülung und Behandlung mit Aktivkohle durchgeführt werden. Die Behandlung mit Flumazenil als Antidot kann in Erwägung gezogen werden. Eine forcierte Diurese oder Dialysebehandlung sind dagegen wirkungslos.

Die akute orale LD50 in Ratten ist 331-2171 mg/kg.

Sonstige Informationen

Chemische Informationen

Alprazolam ist ein Triazolobenzodiazepin, also ein Benzodiazepin mit einem Triazol-Ring. Der chemische Name lautet 8-Chloro-1-methyl-6-phenyl-4H-[1,2,4]-triazolo[4,3-α][1,4]benzodiazepin.

Alprazolam ist ein weißes, kristallines Pulver. Es ist praktisch unlösbar in Wasser, aber gut löslich in Alkohol.

Geschichtliches

Alprazolam wurde durch die Firma Pfizer entwickelt, sein Patentschutz endete im Jahre 1993.

Literatur

  • Rote Liste® Service GmbH (Herausgeber): ROTE LISTE® 2006, Umfang: 2208 Seiten, ISBN 3-939192-00-7
  • Andreas Ruß, Stefan Endres (Herausgeber): Arzneimittel Pocket Plus, Böhm Bruckmeier Verlag (2006), 2. Auflage, ISBN 3-89862-256-8

Quellen

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    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Alprazolam aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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