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Wladimir Michailowitsch Bechterew



   

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Wladimir Michailowitsch Bechterew (russ. Владимир Михайлович Бехтерев; * 1. Februar 1857 im Dorf Sorali bei Kirow; † 24. Dezember 1927 in Moskau) war ein russischer Neurologe, Neurophysiologe und Psychiater. Er untersuchte den Aufbau des Gehirns, erforschte konditionierte Reflexe und war einer der führenden Vertreter der verhaltenskundlichen Theorie der Reflexketten.

Leben

Bechterew studierte an der Medizinischen Akademie in Sankt Petersburg, wo er 1881 sein Doktor-Examen bestand. Während seiner Assistentenjahre war er Schüler von Jean Charcot in Paris und Wilhelm Wundt in Leipzig. Wieder in Russland wurde er Professor in Kasan und ab 1893 an der Militärmedizinischen Akademie in Sankt Petersburg. 1886 gründete er in Kasan das erste russische experimentalpsychologische Labor und 1903 in Sankt Petersburg das „Psychoneurologische Labor“, dessen Leiter er ab 1908 wurde.

Bechterew erforschte angeborene und erlernte Reflexe. Unabhängig von Iwan Pawlow entwickelte er eine Theorie der konditionierten Reflexe. Er zählt damit zu den Begründern der objektiven Psychologie russischer Prägung und den Vätern der Verhaltenstherapie.

Als Professor in Kasan war Bechterew auch neuro-anatomisch tätig gewesen und hatte Verläufe neuronaler Leitungsbahnen in Gehirn und Rückenmark beschrieben. Der Nucleus vestibularis wird synonym auch Bechterew-Kern genannt. Weltbekannt wurde Bechterew durch die nach ihm benannte Wirbelsäulenerkrankung Morbus Bechterew (Bechterewsche Krankheit), die er zwar nicht als erster beschrieben, für die er aber eine im deutschen Sprachraum besonders beachtete Beschreibung geliefert hat.

Wladimir Bechterew starb 1927 im Alter von 70 Jahren an einer Vergiftung. Angeblich wurde er auf Geheiß Stalins ermordet, nachdem er diesem zwei Tage zuvor eine schwere Paranoia diagnostiziert hatte. Einige Jahre später wies der Chefankläger Stalins, Andrej Januarjewitsch Wyschinski, ein Gericht an, Bechterews Sohn zum Tode zu verurteilen und dessen Familie in ein Lager einzuweisen (Rayfield, S. 198 f.).

Literatur

  • Donald Rayfield: Stalin und seine Henker. Blessing Verlag, München 2004, ISBN 3896671812
  • Bild, Biographie, Bibliographie im VLP-Projekt des Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte
  • ausführliche Biografie und Linksammlung (in Englisch)
 
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