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Vektorkardiogramm



Das Vektorkardiogramm ist eine räumliche Darstellung des zeitlichen Verlaufs der vom Herzen generierten Potentialdifferenzen, wie sie sich auf die Körperoberfläche projizieren.

Im Gegensatz zum Elektrokardiogramm (EKG), das den zeitlichen Spannungsverlauf von empirisch festgelegten Ableitungen, Einthoven-, Goldberger-, Wilson- und Nehb-Ableitungen als skalare Spannungs-Zeit-Kurve darstellt, gibt das Vektorkardiogramm (VKG) zusätzlich den räumlichen Verlauf der Spannungsänderungen zum Zeitpunkt von atrialer und ventrikulärer Depolarisation sowie ventrikulärer Repolarisation vektoriell, d.h in Form von sog. Vektorschleifen wieder. Das VKG erfordert deshalb die Verwendung bestimmter Ableitungssysteme, die die Spannungsverzerrungen der zwischen Herz und Körperoberfläche gelagerten Organe ausgleichen. Im klinischen Kontext werden meist die orthogonalen Frank-Ableitungen, seltener die McPhee-Ableitungen verwendet.

  Die P- und QRS-Schleife repräsentiert den räumlichen Verlauf der Spannungsvektoren der atrialen (P-Schleife) bzw. ventrikulären (QRS-Schleife) Depolarisation, während die T-Schleife die Spannungsentwicklung während der ventrikulären Repolarisation repräsentiert.

Der Vektor zeigt mit seiner Pfeilspitze zu jedem Zeitpunkt von dem elektrischen Nullpunkt des Herzens in eine bestimmte Richtung im Raum. Der Betrag des Vektors (Summenpotenzials) Magnitude wird durch die Länge des Pfeiles repräsentiert. Durch die Winkel, die der Summenvektor mit der Frontalebene (Elevation) und der Horizonatlebene (Azimuth) bildet, ist seine räumliche Ausrichtung eindeutig definiert. Üblicherweise dienen in der klinischen Vektorkardiographie Magnitude (mV), Elevation (°) und Azimuth (°) der P-, QRS- und T-Vektorschleife als Messgrößen für Vergleichs- bzw. Verlaufsuntersuchungen.

Im Gegensatz zur EKG- Diagnostik, die auf einem empirischen Lexikon von Befunden beruht, erlaubt die VKG-Analyse prinzipiell eine automatisierte Parametriesierung und Diagnostik der Spannungsphänomene. Das Vektorkardiogramm ist eine auch pädagogisch nutzbare Ergänzung zum EKG. Es erlaubt, die unterschiedlichen EKG-Bilder einer vektoriellen Deutung zuzuführen und dreidimensional zu visualisieren.

Da die Repolarisation physiologisch einen Stoffwechselprozess darstellt, ist besonders die Form und Lage der T-Schleife einer Unterversorgung des Herzens durch Sauerstoffmangel beeinflusst. Diagnostisch ist das Vektorkardiogramm möglicherweise in Zukunft bedeutsam, weil der räumliche Verlauf der T-Schleife für die Ischämie-Diagnostik parametrisiert werden kann. Dadurch könnte die Früherkennung der Koronaren Herzkrankheit (KHK) mittels der einfach durchzuführenden und nicht-invasiven VKG-Methode durch den Hausarzt erleichtert werden.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Vektorkardiogramm aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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