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Sonnencreme



Sonnencreme ist eine Creme, die auf die Haut aufgetragen wird, um sie vor Sonnenbrand zu schützen. Die Symptome, die ansonsten nach UV-bestrahlung auftreten, werden durch dieses kosmetische Produkt sehr effizient verhindert. Sonnenbrand und Faltenbildung bleiben aus. Viele Verbraucher glauben deshalb an eine Schutzwirkung vor Hautkrebs. Die medizinischen Statistiken belegen jedoch dass das Gegenteil der Fall ist.(siehe Schutzwirkung von Sonnencremes)

Die Creme soll die schädliche UV-A und UV-B-Strahlung filtern, die für Sonnenbrand, Hautkrebs und Hautalterung verantwortlich gemacht wird. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, mehr oder weniger fetthaltig, aber auch als Lotionen, Sprays oder Öle. Bei einer ölbasierten Emulsion wird eine gewisse Wasserbeständigkeit erreicht. Wasserbasierte Emulsionen dagegen sind angenehmer auf der Haut und ziehen schneller ein.

Diejenigen Mediziner, welche den Gebrauch von Sonnenschutzmittel befürwortet haben, haben die Sonnencreme wie einen chemisch inerten Filter betrachtet, der sich außerhalb der Haut auf einer Glasplatte befindet. In der Realität zieht Sonnencreme aber in die Haut ein, und nachdem sie die oberste Hautschicht (das stratum conrneum) durchdrungen hat steht sie in Kontakt mit lebenden Zellen. Wird sie nun von UV-Strahlung angeregt, so reagieren diese körperfremden Substanzen mit dem lebenden Gewebe und dies führt zu indirekten DNA-schäden. (Der UV-B und UV-A Filter wirkt wie ein "photosensitizer" in einer photochemischen reaktion)

Die wichtigsten Angaben, um die richtige Sonnencreme auszuwählen, sind der Lichtschutzfaktor (LSF), UVA-Schutz und Wasserfestigkeit. Besonders wichtig ist das Schützen von Körperstellen, auf die die Sonne senkrecht auftreffen kann (Nase, Glatze, Ohren, Füße bei aufrechter Körperhaltung, Rücken und Beine beim Sonnenbaden).

In Australien werden auf Sonnenschutzmittel keine Steuern erhoben.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Schutzwirkung von Sonnencremes

In der Vergangenheit wurde oft behauptet, dass Sonnencreme die gesundheitsschädlichen Effekte der UV-Strahlung verhindern kann. Dies ist jedoch nicht korrekt. Nahezu alle medizinischen Statistiken haben gezeigt, dass die Benutzer von Sonnencreme ein höheres Risiko haben Hautkrebs zu bekommen, als der Sonnencreme-Verweigerer. (Fachliteratur in Englisch [1] [2]) Diese epidemiologischen Ergebnisse können durch zwei unterschiedliche Effekte erklärt werden. Zum einen verbringt der Sonnencreme-Benutzer mehr Zeit in der Sonne weil die Warnsignale ausbleiben, und dadurch erhöht sich seine UV-A Dosis. Zum anderen ist inzwischen aber auch mehrfach bewiesen worden, dass Sonnencreme-Moleküle welche in die Haut eindringen und in direktem Kontakt mit dem lebenden Gewebe stehen dieses schädigen können.[3] [4] Diese DNA-Schädigungen entstehen durch einen anderen Mechanismus, welcher keinerlei Warnsignale im Körper auslöst. Dadurch entwickelt Sonnencreme eine photocarcinogene Wirkung die ebenfalls dazu beiträgt dass Sonnencreme-Benutzer ein höheres Krebsrisiko haben als Sonnencreme-Verweigerer. Die Sonnencreme die in Europa und Australien verkauft wird wurde nicht auf eine eventuelle photocarcinogene Wirkung getestet. Sonnencreme wird auf carcinogene Wirkung getestet aber nicht auf eine photocarcinogene Wirkung!! In den USA hat man Tests für photocarcinogene Wirkungen verpflichtend eingeführt, und daraufhin ist die Zahl der Neuzulassungen von Sonnencreme drastisch zurückgegangen. Seit 1978 sind in den USA nur drei neue Sonnencremestoffe zugelassen worden.

Aus der Sicht eines Photochemikers ist es äußerst schwierig eine Substanz zu finden die nicht photocarcinogen ist. Eine Substanz zu finden, die den Sonnenbrand verhindert ist hingegen relativ einfach.



Sonnenschutzfilter

Es gibt zwei Arten von Filtern - chemische Filter und Pigmentfilter. Chemische Filter sind weiter verbreitet.

Chemische Filter

Die in der Creme enthaltenen chemischen Substanzen dringen in die Haut ein und verhindern dort durch fotochemische Reaktionen den frühzeitigen Sonnenbrand. Der Schutz beginnt ca. 30 Minuten nach dem Auftragen der Creme auf der Haut.

Gewöhnlich werden mehrere Substanzen kombiniert.

Einige dieser chemischen Substanzen, beispielsweise 4-MBC (4-Methylbenzylidencampher), OMC (Octyl-methoxycinnamat), Bp-3 (Benzophenon-3) sind in den Verdacht geraten, ähnlich wie Östrogen zu wirken. Solche UV-Filter können durch die Haut oder durch das Badewasser aufgenommen werden. Die UV-Filter sind bereits in Fischen und in der Muttermilch nachgewiesen worden.

Ebenso kann es durch chemische Sonnenfilter zu Allergien kommen, diese sind jedoch vom Sonnenekzem (Mallorca-Akne) zu unterscheiden.

Es wird empfohlen, für Kleinkinder, bei Allergien oder bei empfindlicher Haut keine Sonnencremen mit chemischen Filtern zu verwenden.

Pigmentfilter

Pigmentfilter, auch als mineralischer oder physikalischer Sonnenschutz bezeichnet, enthalten winzige Partikel, z. B. aus Zinkoxid oder Titandioxid, die das Sonnenlicht wie kleine Spiegel streuen und reflektieren.

Pigmentfilter sind ab LSF 20 mehr oder weniger deutlich als weißliche Schicht auf der Haut sichtbar. Ein weiterer Nachteil ist, dass sie mechanisch abgerieben werden können (z. B. beim Abtrocknen, bei starkem Schwitzen, teilweise auch im Wasser), sie müssen also häufig wieder aufgetragen werden.

Pigmentfilter gelten als gesundheitlich unbedenklich und können auch bei Kleinkindern angewendet werden.

Sunblocker

Als Sunblocker wurden Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von 40 oder mehr bezeichnet.

Mittlerweile ist es unzulässig, Sonnenschutzmittel als Sunblocker (Totalblocker, ...) zu deklarieren. Es dringt nämlich immer ein Anteil des Sonnenlichts durch das Sonnenschutzmittel durch.

Haltbarkeit von Sonnencremes

Auf Sonnencremes wird wie auf anderen Kosmetikprodukten das Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Verwendungsdauer angegeben. Letztere wird duch das Symbol eines geöffneten Kosmetiktopfes mit der Aufschrift einer Ziffer und einem M anzugeben, das für die Verwendbarkeit in Monaten nach dem ersten Öffnen steht (z. B. 12M für 12 Monate). Nach diesem Zeitraum garantiert der Hersteller nicht mehr für die Eigenschaften des Produktes, wie etwa ausreichenden Sonnenschutz.

Zusätzlicher Sonnenschutz

Bei Kindern und je nach Hauttyp auch bei Erwachsenen sollte Sonnencreme durch zusätzliche Sonnenschutzmittel (Sonnenhut, Hemd, Hose, Socken) ergänzt werden.

References

  1. Garland C, Garland F, Gorham E: Could sunscreens increase melanoma risk?. In: Am J Public Health. 82, Nr. 4, 1992, S. 614-5
  2. Westerdahl J; Ingvar C; Masback A; Olsson H: Sunscreen use and malignant melanoma.. In: International journal of cancer. Journal international du cancer. 87, 2000, S. 145-50
  3. Armeni, Tatiana; Damiani, Elisabetta; et al.: Lack of in vitro protection by a common sunscreen ingredient on UVA-induced cytotoxicity in keratinocytes.. In: Toxicology. 203(1-3), 2004, S. 165-178
  4. Knowland, John; McKenzie, Edward A.; McHugh, Peter J.; Cridland, Nigel A.: Sunlight-induced mutagenicity of a common sunscreen ingredient.. In: FEBS Letters. 324(3), 1993, S. 309-313

Siehe auch


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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sonnencreme aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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