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Schwarze Haarzunge



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Klassifikation nach ICD-10
K14.3 Hypertrophie der Zungenpapillen
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Als schwarze Haarzunge (Nigritis linguae; lingua villosa nigra; black hairy tongue) wird eine sehr seltene Erkrankung der Zunge bezeichnet. Einen Krankheitswert im eigentlichen Sinne soll die Haarzunge nicht haben.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Hervorgerufen wird sie durch die Verlängerung bestimmter Papillen (Papillae filiformes) der Zunge, die einen haarigen und meist dunklen Belag auf dem hinteren Teil des Zungenrückens bilden. Je nach aufgenommener Nahrung nimmt die Zunge eine dunkelgrüne bis schwärzliche Färbung an. Die Ausdehnung des Zungenbelages kann sehr weit nach hinten bis in den Schlund reichen. Dort verursacht er ein äußerst unangenehmes störendes Kitzeln beim Sprechen und Schlucken, manchmal nahe am Würgereiz.

  Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Es wird eine Veränderung der Mundhöhlenflora vermutet, z.B. durch Antibiotikatherapie, Tabakrauchen, Niacinmangel oder Lebererkrankungen.

Angeblich befällt die schwarze Haarzunge vor allem ältere Männer, allerdings wurde sie auch bei jüngeren Frauen und inzwischen sogar schon bei einem sechs Monate alten Baby beobachtet (nach Antibiotikatherapie). Da die Erkrankung bei Millionen von Rauchern nicht auftritt, müssen offensichtlich weitere Faktoren dazukommen. Möglicherweise könnte eine genetische Disposition eine Rolle spielen.

Eine Therapie gegen die Haarzunge gibt es bislang nicht. Die Haarzunge soll nach einigen Wochen oder Monaten von selbst wieder verschwinden.

Es existieren widersprüchliche Empfehlungen zur Frage der Entfernung des Haarbelags, etwa mit einer Zahnbürste (manche Ärzte raten dringend davon ab). Es stellt sich zudem die Frage der Praktikabilität, da bei Manipulationen des hinteren Zungenbereichs schnell der Würgereflex ausgelöst wird. Ähnliches dürfte auch für die manchmal empfohlene Kürzung der Haare mittels einer Nagelschere zutreffen. Genannt wird manchmal auch die Gabe von Niacin (ein Vitamin, das vor allem in Vollwertprodukten und Fisch vorkommt).

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