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Morgagni-Hydatide



Der Begriff Morgagni-Hydatide, benannt nach dem italienischen Pathologen Giovanni Battista Morgagni († 1771), kann zwei anatomische Strukturen bezeichnen. Ganz überwiegend ist die Appendix testis gemeint, ein Anhängsel am Hoden und Relikt der Embryonalentwicklung. In der Gynäkologie wird manchmal auch bei der Frau ein analoges Anhängsel so benannt, das sich dann unterhalb des Eileiters befindet.

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Anatomie

In beiden Fällen handelt es sich um ein funktionsloses Relikt des Müller-Gangs. Aus diesem Gang entstehen bei der Frau Eileiter, Gebärmutter und Teile der Scheide, während der Gang beim Mann zwar angelegt wird, dann aber unter dem Einfluss des Anti-Müller-Hormons degeneriert.

Beim männlichen Geschlecht wird sie auch als Appendix testis ist ein bläschenförmiges, ungestieltes Anhängsel, das sich auf dem Hoden neben dem Nebenhodenkopf befindet. Es stellt das kraniale Ende des Müller-Gangs dar, das durch den Descensus testis in den Hodensack mitgewandert ist.

Beim weiblichen Geschlecht werden unter dem Eileiter in der Nähe der Fimbrien zu findende, zystenartige, gestielte Anhängsel als Morgagni-Hydatide bezeichnet.

Klinik

Klassifikation nach ICD-10
N44.1 Hydatidentorsion
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Die Appendix testis ist normalerweise vollkommen unauffällig. Berührung an dieser Stelle kann jedoch auch schmerzhaft sein. Der Schmerz zieht sich dann bis in die Nierengegend und sorgt für unruhige Nächte, wenn die Hydatide durch unkontrollierte Bewegungen berührt wird. Es besteht die Gefahr einer Torsion, so dass der Blutkreislauf abgeklemmt wird, was schlimmstenfalls zum Blutstau führen kann. Schmerzmittel können Abhilfe schaffen oder die Hydatide kann operativ entfernt werden, dies scheint aber nicht die optimale Lösung zu sein.

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