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Max Eitingon



Max Eitingon (* 1881 in Russland; † 1943 in Jerusalem) war ein Arzt und Psychoanalytiker.

Eitingon arbeitete mit Eugen Bleuler in Zürich und war der erste, noch vor Carl Gustav Jung, der Freud und der Psychoanalyse begegnete. Er wurde kurze Zeit von Sigmund Freud analysiert. 1910 zog Eitingon nach Berlin.

Seit 1919 war er Mitglied des "Geheimen Komitees", dem Freuds engste Mitarbeiter angehörten. Zusammen mit Karl Abraham gründete er 1920 die psychoanalytische Poliklinik in Berlin, die erste Einrichtung dieser Art weltweit. Die Poliklinik, die erstmals auch ärmeren Patienten den Zugang zur Psychoanalyse eröffnete, wurde weitgehend von Eitingon getragen. Er "finanzierte die Poliklinik mit 16000 Reichsmark jährlich"[1].

1923 führte Eitingon Ausbildungrichtlinien am Berliner Institut ein. "Auf Anregung Simmels wurde 1924 unter Eitingons Vorsitz ein Ausschuß zu Erarbeitung international gültiger Richtlinien zur psychoanalytischen Ausbildung gegründet, dessen Empfehlungen auf dem IX. Internationalen Kongreß in Bad Homburg, 1925, allgemeine Gültigkeit erlangten. Eitingon wurde zum Vorsitzenden der internationalen Unterrichtskommission gewählt; das blieb er bis zu seinem Tod.[2].

Nachdem er vor den Nazis hatte fliehen müssen, floh er nach Palästina, wo er die psychoanalytische Vereinigung Palästinas gründete. Eitingon hielt Kontakt zu Freud und besuchte ihn auch nach 1933 noch mehrmals in Wien.

Literatur (chronologisch geordnet)

  • Eitingon, Max: "Mitteilungen aus dem Berliner Institut" In: Intern. Z. Psya., 8, S. 107, 393, 508, 1922
  • Eitingon, Max: "Sitzung der Internationalen Unterrichtskommission" In: Intern. Z. Psya., 15, 1929
  • Zehn Jahre Berliner Psychoanalytisches Institut : (Poliklinik und Lehranstalt) / Hrsg. v.d. Dt. Psychoanalyt. Gesellschaft. Mit e. Vorw. v. Sigmund Freud, Wien : Internat. Psychoanalyt. Verl., 1930
  • Israel Psycho-Analytical Society, Max Eitingon in memoriam, Jerusalem 1950
  • Regine Lockot, Erinnern und Durcharbeiten : zur Geschichte der Psychoanalyse und Psychotherapie im Nationalsozialismus, Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1985
  • Neiser, Emil Michael Johann, Max Eitingon ; Leben und Werk, Dissertation Universität Mainz 1978
  • Gerhard Wittenberger, Das "Geheime Komitee" Sigmund Freuds : Institutionalisierungsprozesse in der "psychoanalytischen Bewegung" zwischen 1912 und 1927, Tübingen : Ed. diskord, 1995
  • Sigmund Freud, Max Eitingon: "Briefwechsel 1906-1939", edition Diskord, 2004, ISBN 389295741X


Quellen

  1. Lockot 1985:41
  2. Lockot 1985:325
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Max_Eitingon aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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