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Mastzelle



  Mastzellen (Mastozyten) sind bestimmte Zellen der körpereigenen Abwehr, die bestimmte Botenstoffe, unter anderem Histamin und Heparin gespeichert haben.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Die Mastzelle wurde von Paul Ehrlich entdeckt, der sie fälschlicherweise als „Mastzelle“ bezeichnete, da er annahm, die Zelle habe die Fähigkeit zur Phagozytose. Die in ihr gespeicherten Granula erzeugt die Zelle jedoch selbst. Eine andere Version besagt, Ehrlich habe angenommen, diese Zellen benutzen ihre fetthaltigen Granula dazu, umgebende Zellen zu füttern oder zu "mästen".

Die manchmal auch als Blutmastzellen bezeichneten basophilen Granulozyten unterscheiden sich von den eigentlichen Mastzellen. Diese kommen über den ganzen Körper verteilt im interstitiellen Bindegewebe vor, am häufigsten jedoch in der Submucosa von Darm und Atemwegen und in der Lederhaut (Corium), in der Nähe von Gefäßen und Nerven. Die Mastzelle spielt eine wichtige Rolle bei der Allergie vom Typ1 (IgE-vermittelte Allergien wie z. B. Asthma, allergische Rhinitis, systemische Anaphylaxie): Beim ersten Kontakt mit einem Allergen bleibt der Betroffene zunächst völlig symptomfrei, es wird jedoch die Bildung von spezifischen IgE-Antikörpern durch die Plasmazellen ausgelöst, die gegen das spezielle Allergen gerichtet sind. Die massenhaft produzierten IgE-Antikörper setzen sich mit dem Fußteil (Fc-Teil = Fragment cristallyne) auf der Oberfläche von Mastzellen fest, die überall im Körper, vor allem in den Schleimhäuten, vorkommen und sensibilisieren sie für die Reaktion auf das Allergen. Mastzellen sind mit einer Vielzahl von Bläschen (Granula) gefüllte Zellen. Erst beim zweiten Kontakt mit dem Allergen kommt es zur allergischen Reaktion, wenn die Allergene an je zwei benachbarte IgE-Antikörper auf den Mastzellen binden, werden diese miteinander vernetzt. Dadurch werden die Mastzellen angeregt, ihre Granula im Vorgang der Exocytose zu entleeren und das darin enthaltene Histamin freizusetzen (Degranulation). Histamin ist ein Botenstoff, der an Rezeptoren der umgebenden Gewebszellen bindet und in wenigen Sekunden heftige Wirkungen hervorruft. Diesen Vorgang bezeichnet man als allergische Sofortreaktion (Immunantwort), da die allergischen Symptome innerhalb weniger Minuten auftreten. Im Alter nimmt die Mastzellanzahl ab, womit die Reaktivität von Haut und Schleimhäuten nachlässt.

Eine Therapieform gegen allergische Reaktionen ist der Einsatz von Mastzellstabilisatoren wie Cromoglycinsäure (DNCG oder Nedocromil). Diese bewirkt eine Reduktion der Gewebehistaminspiegel und der Histaminfreisetzung.[1] Dabei sind besonders Bauchschmerzen, Blähungen (Meteorismus, Flatulenz), Migräne und atopische Dermatitis sehr gut zu beeinflussen.

Ein anderer Ansatz ist die Blockade der Histamin-Rezeptoren durch Antihistaminika.

Quellen

  1. Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.4.5: S.96


Literatur zum Thema

  • Volna P, Lebduska P, Draberova L, Simova S, Heneberg P, Boubelik M, Bugajev V, Malissen B, Wilson BS, Horejsi V, Malissen M, Draber P: Negative regulation of mast cell signaling and function by the adaptor LAB/NTAL. J Exp Med. 2004 Oct 18;200(8):1001-13.
  • Heneberg P, Draber P: Regulation of cys-based protein tyrosine phosphatases via reactive oxygen and nitrogen species in mast cells and basophils.Curr Med Chem. 2005;12(16):1859-71.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mastzelle aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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