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Künstliche Herzklappe



Als künstliche Herzklappe bezeichnet man einen aus technischem Material gefertigten Ersatz für eine natürliche Herzklappe. Die erste künstliche Herzklappe wurde 1961 durch die beiden Amerikaner Albert Starr und Lowell Edwards implantiert. Im Jahr 2004 wurden in der BRD circa 17000 Herzklappenoperationen durchgeführt.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Mechanische Herzklappen bestehen aus einem Klappenring und ein oder zwei Klappenflügeln aus Graphit, das mit pyrolytischem Kohlenstoff beschichtet ist. Der Klappenring ist von einer weißen Polyester-Manschette umgeben, die zur Befestigung im Herzen dient. Mechanische Herzklappen können leise Geräusche („Prothesenklicks“) beim Öffnen und Schließen der Klappenflügel erzeugen.
Um die Bildung von Thromben an den künstlichen Klappenoberflächen zu vermeiden, ist in der Regel eine dauerhafte Antikoagulation erforderlich. Mechanische Herzklappen haben in Laborversuchen eine Lebensdauer von über 100 Jahren.

Biologische Herzklappen sind Homografts (menschliche Spenderklappen, die cryopräserviert werden = nach der Präparation in Stickstoff aufbewahrt werden), Aortenklappentaschen von Schweinen, dem Herzbeutel von Rindern oder aus Rinderhalsvenen hergestellt. (Die Präparation in einer antibiotischen Lösung bei 4° C, Röntgenbestrahlung oder die Trockengefrierung sind der Cryopräservierung unterlegen.) Die Gewebe sind auf einem Kunststoffgerüst („Stent“) befestigt oder gerüstfrei. Auch diese Klappen sind zum Einnähen mit einer Polyestermanschette umgeben.
Die Lebensdauer biologischer Herzklappen kann begrenzt sein, da sie im Vergleich zum eigenen Gewebe einem beschleunigten Alterungsprozess (Verkalkung) unterliegen. Dieser kann nach einigen Jahren zu sichtbaren und auch funktionell bedeutsamen Funktionsstörungen führen, die einen Austausch notwendig machen. Dafür ist bei vielen Patienten keine Antikoagulation erforderlich.

Erfahrungsgemäß verkalken biologische Herzklappen bei Kindern früher und schneller als bei Erwachsenen. Die Ursache hierfür ist bisher nicht bekannt und es kann auch keine Vorhersage gemacht werden, bei welchem Menschen dieser Zustand wann eintritt.[1]

Siehe auch

Aortenklappeninsuffizienz, Mitralinsuffizienz, Prosthetic valve infection

Literatur

  • Zeitaufgelöste Messungen an künstlichen... , Dipl. Phys. Martin Steiner, ISBN 3-89687-053-x

Einzelnachweise

  1. http://www.sciencedirect.com/science?_ob=MImg&_imagekey=B6T35-4DKD4BG-3-C&_cdi=4937&_user=2148698&_orig=search&_coverDate=01%2F01%2F2005&_sk=999729998&view=c&wchp=dGLbVlz-zSkWW&md5=46e175c1a562fac09b36d1a4011039ff&ie=/sdarticle.pdf
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Künstliche_Herzklappe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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