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Inotropie



Eine Inotropie ist eine Wirkung auf die Kontraktionskraft (Schlagstärke) des Herzmuskels.


Folgende Wirkungen werden unterschieden:

  • positive Inotropie = Steigerung der Kontraktilität
  • negative Inotropie = Herabsenken der Kontraktilität.


Die positiv inotrope Wirkung kann auf verschiedenen Mechanismen beruhen:

1. Eine Bindung von Katecholaminen (Noradrenalin und Adrenalin) an adrenerge Rezeptoren setzt eine G-Protein-Kaskade in Gang. Über cAMP als Second Messenger wird die Proteinkinase A aktiviert, die wiederum ein Protein phosphoryliert, welches mit dem sarkolemnalen L-Typ-Kalziumkanal assoziiert ist. Somit erhöhen Katecholamine die Kontraktionsamplitude und die Geschwindigkeit des Kontraktionsanstiegs.

2. Eine Bindung von Herzglycosiden (wie Digoxin, Digitoxin oder Ouabain) an die α-Unterheit der Natrium-Kalium-ATPase bewirkt eine Hemmung des aktiven Transports von Kaliumionen in die Zelle, sowie den Ausstrom von Natriumionen aus der Zelle. Die zytosolische Natriumkonzentration steigt an und verändert den transsarkolemnalen Natrium-Gradienten, der für den Ausstrom von Kalziumionen aus der Zelle verantwortlich ist. Die somit vermehrt ins Sarkoplasmatische Retikulum aufgenommenen Kalziumionen stehen damit für den Kontraktionsprozess zur Verfügung: die Kontraktionskraft steigt.


Negative Inotropie kann dagegen durch die parasympathischen Fasern des Nervus Vagus (X) bewirkt werden. Dabei innerviert der rechte Vagus vor allem den Sinusknoten und der linke Vagus den AV-Knoten des Herzens. Durch Bindung von Acetylcholin (als Überträgerstoff des Parasympathicus) an muskarinerge Rezeptoren (im Herzen vor allem Typ M2, welche außerdem im Vorhof häufiger sind als in den Kammern), wird über ein hemmendes G-Protein (Gi bzw G0) die Adenylatcyclase gehemmt. Der cAMP-Spiegel in der Zelle sinkt und der transsarkolemnale Kalziumstrom wird vermindert (über Hemmung des L-Typ-Kalziumkanals).

Siehe auch

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Inotropie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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