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Esophorie



Klassifikation nach ICD-10
H50.5 Heterophorie - Esophorie
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Esophorie ist eine bestimmte Form der Heterophorie (latentes Schielen). Hierbei weicht bei Unterbrechung des Binokularsehens ein Auge von der gemeinsamen Sehrichtung nach innen (zur Nase hin) ab.

Inhaltsverzeichnis

Formen

Ist die Abweichung in Ferne und Nähe annähernd gleich groß, spricht man vom Basistyp. Beim sog. Divergenzinsuffizienztyp ist die Abweichung in der Ferne größer als in der Nähe, beim Konvergenzexzesstyp die in der Nähe größer als in der Ferne. Rein akkommodativ bedingte Esophorien verschwinden nach Ausgleich der Hyperopie (Übersichtigkeit). Beim akkommodativen Konvergenzexzesstyp geschieht dies in der Regel nach Verordnung eines entsprechenden Nahzusatzes (Bifokalgläser).

Die meisten Menschen mit symptomatischer Esophorie leiden an sensorischen Anomalien (z. B. obligate Fixationsdisparität, subnormales Binokularsehen). Jedoch gibt es auch Esophorien mit vollkommen normalem Binokularsehen.

Differentialdiagnose

Schon aus prognostischen Gründen sollten Esophorien mit fakultativen Mikroanomalien (siehe oben) gegen solche ohne derartige Störungen abgegrenzt werden. Auch sind Mikrostrabismen mit einer sogenannten latenten Komponente von einer Esophorie zu unterscheiden. Beim akkomodativen Konvergenzexzesstyp kann zudem eine Hypoakkommodation vorliegen. Eine Esophorie vom Divergenzinsuffizienztyp kann durch eine leichte neurogen bedingte Abduzensparese vorgetäuscht werden.

Therapie

Rein akkommodative Esophorien mit oder ohne Konvergenzexzess werden mit einer Brille behandelt, bei der eine vorhandene Hyperopie möglichst hoch auskorrigiert wird. Hierzu werden bei Vorschulkindern in der Regel die in Zykloplegie ermittelten Werte abzüglich 0,5 Dioptrien Sphäre verordnet. Dies dient der Akzeptanz der Gläser. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist eine subjektive Refraktionsbestimmung notwendig, wobei gleichwohl die verordneten Gläser möglichst nah an die zykloplegisch ermittelten Werte heranreichen sollten. Besteht nach Ausgleich der Hyperopie weiterhin ein Nachschielwinkel (Konvergenzexzess), macht dies die Anpassung von Bifokalgläsern notwendig, übrigens die einzige Therapieform der Wahl bei einem hypoakkommodativ bedingten Konvergenzexzess.

Orthoptische Übungsbehandlungen sind bei esophoren Patienten weniger erfolgversprechend. Abweichungen bis ca 5° können ggf. mit Prismengläsern korrigiert werden, die für denjenigen Entfernungsbereich verordnet werden sollten, in dem Beschwerden bestehen. Bei Abweichungen über 5° und bei Versagen einer Prismenbehandlung ist eine Schieloperation indiziert. Hier stehen in Abhängigkeit von den individuellen Befunden eine Reihe von lang erprobten Verfahren bereit. Zur Ermittlung der größtmöglichen konstanten Schielabweichung empfiehlt sich die Durchführung eines präoperativen Prismenaufbaus.

Siehe auch

Literatur

  • Herbert Kaufmann: Strabismus. Unter Mitarbeit von W. de Decker u. a., Stuttgart: Enke, 1986, ISBN 3-432-95391-7
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Esophorie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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