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Ernst Alban



  (Johann) Ernst (Heinrich) Alban (* 7. Februar 1791 in Neubrandenburg; † 13. Juni 1856 in Plau) war zunächst Augenarzt, dann Maschinenbauer und Pionier des Dampfmaschinenbaus.

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Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Anfänge

Ernst Alban wurde in Neubrandenburg geboren als ältester Sohn des evangelischen Pastors Samuel Alban (1762–1834) und seiner Frau Elisabeth Sofia Juliane, geb. Spengler (1761–1809). Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt. Er beabsichtigte schon früh, Maschinenbauer zu werden, musste diese Pläne aber auf Drängen seines Vaters aufgeben. So begann er 1810 ein Theologiestudium in Rostock. Nach 1½ Jahren wechselte er jedoch zur Medizin, ein Fach, auf das er sich mit dem Vater einigen konnte. Seine Studien setzte er 1812 in Berlin und 1813 in Greifswald fort; 1814 wurde er zum Dr. med. promoviert, 1815 in Göttingen Facharzt für Chirurgie und Augenheilkunde.

Zu Ostern 1815 eröffnete er in Rostock eine Praxis und begann als Privatdozent an der Universität Rostock Anatomie, Physiologie und Augenheilkunde zu lehren, große Bekanntheit erlangte er mit erfolgreichen Augenoperationen. 1825 beendete er schließlich seine Karriere als Arzt und betätigte sich nur noch als Maschinenbauer.

Technisches Engagement

Schon während seines Studiums belegte Alban Physik- und Mechanikvorlesungen, 1815 baute er dann eine Modelldampfmaschine: Alban kannte die technische Literatur, speziell von Richard Trevithick über Hochdruckdampfmaschinen und dachte daraufhin an 50 bis 80 at Arbeitsdruck. Solch hohe Drücke waren zu jener Zeit aber eine sehr gewagte Vorstellung: Sowohl Trevithick in England wie auch Oliver Evans in den USA beschränkten sich noch auf 5 bis 7 at und hatten dabei schon mit großen Problemen zu kämpfen. Für sein erstes Modell verwendete Alban eine Zinn-Wärmeflasche als Dampfkessel und zwei Wundspritzen als Dampfzylinder. Damit entstand eine Hochdruck-Maschine, die tatsächlich lief.

Mit der Erhöhung des Dampfdrucks vergrößerte sich auch die Dampftemperatur und damit jenes Temperaturgefälle, aufgrund dessen eine Dampfmaschine lief. Dies wiederum verbesserte den Wirkungsgrad und somit die Wirtschaftlichkeit gewaltig. Die Erkenntnisse des Kupferstechers Jakob Perkins (1766 bis 1849) aus Philadelphia führten ab 1819 in England bereits Drücken von 35 atm, was Alban motivierte, die 40 at deutlich zu überschreiten. Er wollte Dampf mit einen speziellen Verfahren erzeugen, das er sich über einen Londoner Kaufmann patentieren ließ. Dabei spritzte Wasser in doppelwandige, indirekt beheizte und in Rauchgas hängende Behälter. Die Wärme übertrug sich über ein Metallbad aus 2 Teilen Blei und 1 Teil Zinn vom drucklosen Außenbehälter auf 8 senkrecht verlaufende, oben miteinander verbundene Tauchrohre im Inneren. Der Außenbehälter maß 4 Fuß in der Länge, 3½ Fuß in der Höhe und 3 Zoll in der Breite, die Druckrohre 1 Zoll im Durchmesser und 3 Fuß in der Länge. Davon gab es mehrere Elemente, wobei die Speisewassereinspritzung und die Verbrennungsluftzufuhr (mit einer Klappe) variiert werden konnte, um die Dampferzeugung dem Bedarf anpassen zu können. Das Patent wurde am 14. Mai 1825 erteilt und im folgenden Februar im Repertory of Patent-Invention veröffentlicht. Letzteres geschah allerdings mit kritischen Anmerkungen, erschien diese mittelbare Wärmeerzeugung doch unpraktikabel: Schlamm oder Salz konnte hier nicht beseitigt werden, auch das bei Großwasserkesseln übliche Abklopfen funktionierte nicht. Außerdem war es um 1830 noch weder möglich, die Konstruktion ausreichend präzise zu fertigen, noch ihren Betrieb genau genug zu regeln.

In London

Noch in seiner Zeit als Arzt in Rostock begegnete Alban dem Mecklenburger Konsul in London, was zu einem im Juni 1825 beginnenden England-Aufenthalt führte. Bis 1827 arbeitete er in mehreren Fabriken und konnte so die verschiedenartigsten Dampfmaschinen-Ausführungen und ihren Betrieb betrachten. Auch ließ er seine Konstruktion von der allseits anerkannten britischen Handwerkskunst bauen, jedoch gelang es nicht, auch nur eine einzige Maschine zu verkaufen - womit sich das Konzept als unbrauchbar erwies.

Eigene Fabriken

  Wieder in Deutschland zog Alban 1827 nach Stubbendorf bei Tessin, er betrieb dort wissenschaftliche Studien und schrieb für Dinglers Polytechnisches Journal. 1829 erwarb er ein Landgut in Klein-Wehnendorf und gründete die erste Maschinenbauanstalt Mecklenburgs - wie Richard Hartmann in Sachsen oder August Borsig in Berlin begann er dabei als Handwerksbetrieb. Die Produktion begann mit landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen, besonders erfolgreich darunter eine 1.000mal verkaufte breitwürfige Sämaschine. Dampfmaschinen entstanden hingegen erst einmal nur im Modell oder für den Eigenbedarf, da die Serienfertigung nach einer Eisengießerei verlangte. Aus diesen Grund gab Alban sein Unternehmen 1836 wieder auf, um Teilhaber einer neu gegründeten Maschinenbauanstalt mit Eisengießerei in Güstrow zu werden und dabei die Leitung der Maschinenbauabteilung zu übernehmen. Das Unternehmen verkaufte ausgezeichnet, jedoch kam es zu keiner Dampfmaschinen-Produktion, weswegen 1840 wieder eine eigene Fabrik, diesmal in Plau folgte, 1842 ergänzt um eine Eisengießerei. Sie beschäftigte sich mit dem Dampfkessel- und Dampfmaschinenbau, aber auch mit Textil- und landwirtschaftliche Maschinen sowie Wasserrädern.

Albans berühmte Hochdruckdampfmaschine von 1840 aus der 1905 abgebrannten Plauer Tuchfabrik steht heute im Deutschen Museum München, Alban bekam die Ehrendoktorwürde der Universität Rostock verliehen.

Hauptwerk

Albans Arbeiten zum Hochdruckdampf waren international anerkannt, sie stellten Mitte des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Schritt für die Entwicklung neuer Maschinen dar. Entscheidet dabei: ein explosionssicherer Wasserkessel. Diese Bedingung verlangte nach einen engrohrigen Kessel, also einer Batterie aus Röhren, die an der Stirnseite miteinander und mit einem Oberkessel verbunden waren. Einzelheiten dazu veröffentlichte Alban 1843 in seinen Hauptwerk Die Hochdruckdampfmaschine, dessen englische Übersetzung noch im gleichen Jahr erschien. Es diente als Lehrbuch an technischen Schulen und wurde auch in der USA in mehreren Auflagen verlegt.

Ehrungen

  • gusseisernes Grabmal aus der eigenen Fabrik auf dem Friedhof Plau am See, daneben ein
  • 1941 von der Siemens-Ring-Stiftung errichtetes und von Bildhauer Wilhelm Wandschneider entworfenes Ehrenmal
  • Dr.-Alban-Straße in Plau am See
  • Fahrgastschiff Dr. Ernst Alban auf dem Plauer See

Literatur

  • Maubach, Peter: Dr. Ernst Alban. Der Lebensweg eines Neubrandenburgers vom bekannten Starstecher zum ersten Maschinenbauer Mecklenburgs; Neubrandenburg 1991
  • Die Hochdruckdampfmaschine. (Rostock u. Schwerin, Stiller, 1843). XII, 539 S. 8° u. Taff. --- Eine geplante Fortsetzung, der er noch größere Bedeutung beimaß, konnte nicht in Buchform erscheinen. Alban veröffentlichte sie als eine Reihe größerer Aufsätze in Dinglers Polytechn. Journal:
  • 1. Über eine sehr einfache u. zweckmäß. Construction der Dampfmühlen. -- Ebda. Bd. 108 (3. Reihe Bd. 8), 1848, S. 81 ff., 161 ff. --
  • 2. Das Plauer Dampfschiff. -- Ebda. Bd. 109 (3. Reihe Bd. 9), 1848, S. 1 ff., 81 ff., 161 ff., 241 ff., 321 ff., 401 ff. --
  • 3. Bemerkungen über Hochdruck-Dampfmaschinen, meine neuen Beobachtungen usw. -- Ebda. Bd. 111 (3. Reihe Bd. II), 1849, H. l- -3. Bd. 112 (3. Reihe Bd. 12), 1849, H. l--4. Bd. 113 (3. Reihe Bd. 13), 1849, H. 3--6. --
  • 4. Mitteilungen aus meinem Leben u. Wirken als Maschinenbauer. -- Ebda. Bd. 115 (3. Reihe Bd. 15), 1850, S. 321 ff., 401 ff. Bd. 116. 1850, S. 81 ff. Bd. 118, 1850, S. 1 ff., 161 ff., 241 ff., 321 ff.-- [Enthält nur Technisches.]
 
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