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Echokardiografie



Echokardiografie nennt man die Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall (siehe auch Sonografie).

 

Neben dem EKG ist die Echokardiografie eine der wichtigsten technischen nichtinvasiven Untersuchungsmethoden des Herzens und mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der kardiologischen Diagnostik. Aber auch für den Allgemeininternisten und den Intensivmediziner ist die Echokardiographie ein wertvoller Bestandteil der Diagnostik.

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Inhaltsverzeichnis

TEE und TTE

Um das Herz anzuschallen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der "normale" Weg ist der Ultraschall durch Ansetzen des Ultraschallkopfes auf den Brustkorb oder auch von substernal, wobei der Ultraschallstrahl in diesem Fall zunächst die Leber passiert und beispielsweise die Weite der Venae hepaticae vor Einmündung in die Vena cava inferior vor deren Einmündung in den rechten Vorhof erlaubt. (Transthorakale Echokardiografie, subcostaler Schnitt in der Transthorakalen Echokardiografie, kurz TTE). Mit dem Kurzwort "Echo" ist in der Regel die transthorakale Echokardiografie gemeint.
  2. Seltener notwendig ist die Ultraschalluntersuchung von der Speiseröhre aus (Transösophageale Echokardiografie, kurz TEE (brit. auch TOE) genannt). Hierzu muss der Patient einen Schlauch mit der Ultraschallsonde am Endes dieses Schlauches schlucken, daher auch der Kurzname "Schluckecho". Diese Methode liefert eine bessere Darstellung bestimmter Teile des Herzens, der Aorta thoracalis und außerdem werden kleine Thromben, insbesondere im Herzohr des linken Vorhofes besser detektiert. In der Regel ist die Spitze dieses Schlauches, in der sich der Ultraschallkopf, der nach dem piezoelektrischen Effekt arbeitet, über Rädchen am "Kopf" des Schlauches - ähnlich dem Aufbau eines Endoskopes - beweglich und kann um die eigene Achse rotieren, um so alle möglichen Schnittebenen - die Ultraschalldiagnostik allgemein gehört zu den Schnittbildverfahren - des Herzens darzustellen. Der Tatsache, dass der linke Vorhof und der Ösophagus eine enge anatomische Beziehung haben, ist die Rationale für die gute Beurteilung wichtiger Herzanteile von transösophageal, etwa, wenn aufgrund eines Lungenemphysems die transthorakale Anlotung des Herzens nicht gut gelingt.

Methoden der Echokardiografie

 

  • 2-D Bild
    • Mit dem 2-D Bild kann man in Echtzeit mittels eines schwarzweißen Schnittbilds der Herzfunktion zuschauen.
    • Insbesondere die Größe der Herzkammern, die Klappenfunktion und die Pumpfunktion des Herzens sind dabei gut erkennbar. Es ist aber auch im parasternalen Längsschnitt und im suprasternalen Schnitt die Aorta ascendens und der Arcus aortae beurteilbar, z. Bsp. mit der Fragestellung einer Aortendissektion.
  • M-Mode = Motion Mode
    • Aus dem 2-D Bild wird ein bestimmter Ultraschallstrahl ausgewählt. Dieses lineare Ultraschallsignal wird in seiner Veränderung in der Zeitachse aufgezeichnet.
    • Die genaue Klappenfunktion der einzelnen Klappen und eine Querschnitt durch die linke Herzkammer kann man mit dem M-Mode sehr genau aufzeichnen und vermessen. Auch ist die Herzfrequenz und einzelne Zeitintervalle der Herzaktion im M-Mode erfasst.
  • PW-Doppler = Pulsed Wave Doppler, gepulster Doppler
    • Mit dem Doppler wird die Blutstromgeschwindigkeit erfasst. Der PW Doppler erlaubt dabei eine hohe örtliche Auflösung ist aber je nach Eindringtiefe auf Geschwindigkeiten unter circa 2 m/s begrenzt.
  • CW-Doppler = Continuous Wave Doppler
    • Auch mit dem CW-Doppler wird die Blutstromgeschwindigkeit erfasst. Im Gegensatz zum PW Doppler erfasst der CW Doppler die Geschwindigkeit des Blutes auf der Länge des ganzen Schallstrahles und erlaubt dabei die Erfassung von beschleunigten Flüssen bis 6 oder 7 m/s. Dies hat Vorteile bei der quantitativen Beurteilung von Klappenstenosen oder Klappeninsuffizienzen.
  • Farbdoppler
    • Der Farbdoppler ist so etwas wie ein flächenhafter Doppler. Die Blutstromgeschwindigkeit in einer größeren Fläche wird erfasst und dann in ein Farbsignal umgesetzt. Die Farben können in der Regel an den Ultraschallgeräten frei festgelegt werden. Als Standard hat sich jedoch eingebürgert, dass der Fluss auf den Ultraschallkopf zu als rot definiert wird und vom Ultraschallkopf weg blau ist. Die Helligkeit der Farben definiert die Geschwindigkeit: hell = schneller Blutfluss, dunkel = langsamer Blutfluss. Auch ein turbulenter verrauschter Fluss ist im Farbsignal erkennbar. Dieser muss aber unbedingt vom "Aliaseffekt" (oder auch Aliasing genannt) unterschieden werden. Dabei wird die maximal messbare Geschwindigkeit überschritten und der eine Farbton verändert sich schlagartig in die andere Farbe. Es erscheint dabei in einer Farbströmung (z.B. Rot) die Farbe der entgegengesetzten Blutflussrichtung (z.B Blau).
  • Gewebedoppler
    • Der Gewebedoppler nutzt die Reflexion der Schallwellen am Myokard bei gleichzeitiger Unterdrückung der Signale aus dem Blutstrom.
  • Stressechokardiografie
    • Die Pumpfunktion des Herzens wird unter Belastung untersucht. Regionale Wandbewegungsstörungen der linken Herzkammer werden aufgezeichnet, was Rückschlüsse auf die Koronardurchblutung erlaubt.
  • Kontrastmittelechokardiografie
    • Durch die Einspritzung von Kontrastmittel lassen sich Löcher in der Herzscheidewand besser erkennen.
    • Mit Hilfe lungengängiger Kontrastmittel kann die regionale Wandbewegung insbesondere der linken Herzkammer besser erfasst werden, außerdem lässt sich auch die Durchblutung des Herzmuskels darstellen.
  • IVUS = Intravaskulärer/ intravasalen Ultraschalluntersuchung (bei der perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA) wird zusätzlich eine kleine Ultraschallsonde in das Gefäß eingeführt mit der die Wandveränderung gemessen werden kann)
  • ICE = Intrakardiale Echokardiographie

Vorteile der Echokardiografie

Die Echokardiografie erlaubt innerhalb kürzester Zeit eine nichtinvasive, patientenschonende eingehende Untersuchung des Herzens. Die Größe der einzelnen Herzkammern, die Pumpfunktion und die Funktion der einzelnen Herzklappen sind gut erkennbar. Auch Herzfehler können recht schnell und sicher erkannt werden. Mit der Echokardiografie lassen sich Herzfehler eines Kindes bereits im Mutterleib erfassen.

 

Mittels Echokardiografie nicht erkennbar

Die entscheidende Lücke der Echokardiografie ist die Beurteilung der Kranzgefäße. Diese sind auf Grund ihrer Größe und Lage schlecht oder nur indirekt durch eventuelle Wandbewegungsstörungen beurteilbar. Da der Ultraschall beim Übergang zwischen Medien mit hohem Dichteunterschied (z. B.: Muskel zu Knochen oder Luft) nahezu vollständig reflektiert wird, kann bei der TTE nicht durch die Rippen oder durch belüftete Lungenanteile, bei der TEE nicht durch den linken Hauptbronchus zur Aorta ascendens „geschallt“ werden.

Literatur

  • Kompendium Echokardiographie, m. CD-ROM:
    • Leitfaden zur Aus-, Fort- und Weiterbildung. Hrsg. v. Stefan Pfleger, Franz Metzger u. Karl K. Haase. 2003. XVI, 168 S. m. 45 Abb. 23 cm. Kartoniert. 361gr.
    • ISBN 3-8047-1964-3, KNO-NR: 11 70 78 83 -WISSENSCHAFTLICHE VERLAGSGES.-
  • Böhmeke, Thomas: Checkliste Echokardiographie.
    • Reihe begr. v. Felix Largiader, Alexander Sturm u. Otto Wicki. Checklisten der aktuellen Medizin. 3., überarb. **erw. Aufl. 2001. VIII, 250 S. m. 563 z. Tl. farb. Abb. 18,5 cm. Kunststoff. 285gr.
    • ISBN 3-13-129403-5, KNO-NR: 05 40 58 62 -THIEME, STUTTGART- 39.95 EUR
  • Köhler, Ekkehart; Tataru, Mira-Christine: Klinische Echokardiographie, m. CD-ROM.
    • Lehrbuch und Video-Atlas. 5., neubearb. u. erw. Aufl. Nachdr. 2001. XI, 811 S. m. 1038 SW- u. 522 Farbabb. 24,5 **cm. Gebunden. 2168gr.
    • ISBN 3-13-124995-1, KNO-NR: 01 56 51 03 -THIEME, STUTTGART; ENKE- 229.00 EUR
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Echokardiografie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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