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Dottersack



  Der Dottersack ist das ausschließliche Ernährungsorgan des Embryos bei den meisten Nicht-Säugern unter den Wirbeltieren (Ausnahmen sind beispielsweise vivipare Haie oder Reptilien, die zusätzlich Plazenten ausbilden). Bei den höheren Säugetieren übernimmt in der späteren Embryonalentwicklung die Plazenta der Säugetiere seine Funktion, er ist jedoch auch hier in der Frühphase ein notwendiges Element. Beim Menschen eine Größe bis 5 mm erreichend, übernimmt er vor Ausbildung der Leber zum Teil deren Stoffwechselfunktion. Aus der Wand des Dottersackes gehen die Keimzellen sowie die Stammzellen für die Blutbildung hervor. Mit der Abschnürung des Darmrohres vom Dottersack und der lateralen Abfaltung der Embryonalanlage liegt der kleine Dottersack in der Chorionhöhle. Das Darmrohr gliedert sich aus dem Dach des Dottersackes aus. Bei einigen Säugetieren (z. B. Pferde, Hunde, Katzen) bildet sich vorübergehend eine echte Dottersackplazenta aus und der Dottersack bleibt als kleines Säckchen bis zur Geburt erhalten.

Der Dottergang (Ductus omphaloentericus, Ductus vitellinus) verbindet nun den Dottersack mit dem Mitteldarm. Der Gang ist zunächst eine weite Öffnung, wird aber mit dem Wachstum des Embryos schmal und lang. Normalerweise bildet sich der Dottergang in der sechsten Woche zurück. Mit einer Häufigkeit von 2-4 % bleibt ein kleiner Teil bestehen und bildet eine Aussackung des Ileums, das Meckel-Divertikel. Der Gang kann auch über seine gesamte Länge offen bleiben und eine Verbindung von Darm und Bauchnabel bilden (Nabel- oder Dottergangfistel). Fäzes können dann austreten. Der Darm kann sich selten durch die Fistel nach außen drängen. Bilden sich an beiden Enden des Dotterganges bindegewebige Stränge und im Mittelteil entsteht eine große Zyste, spricht man vom Enterokystom oder Dottergangszyste. Da die Stränge durch die Leibeshöhle ziehen, können sie zu Strangulation oder Verdrehungen des Darmes führen.

 
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