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Chelicere



    Als Chelicere oder Kieferklaue wird das kennzeichnende Merkmal der Kieferklauenträger (Chelicerata) bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine zu einem Mundwerkzeug umgewandelte Extremität im Kopfbereich, die vor der Mundöffnung liegt.

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Die Chelicere ist primär dreigliedrig und mit einer Schere (Chela) versehen. Sie wird vom dritten Hirnteil (Tritocerebrum) mit Nerven versorgt und ist entsprechend homolog mit den 2. Antennen der Krebse. In der Embryonalentwicklung werden die Cheliceren hinter der Mundöffnung angelegt und rücken dann später nach vorne.

Innerhalb der Chelicerata wird die Chelicere sowie die nachfolgende Extremität (Pedipalpus bei den Spinnentieren) auf vielfältige Weise abgewandelt. So findet sich die dreigliedrige Schere noch bei den Asselspinnen, Pfeilschwanzkrebsen, Skorpionen, Palpenläufern und Milben.

Bei den als Megoperculata zusammengefassten Geißelskorpionen, Geißelspinnen und Webspinnen besteht die Chelicere nur aus zwei Gliedern, wobei das zweite Glied gegen das erste einschlagbar ist (Pseudochela). Sie ist bei den Webspinnen außerdem mit einer großen Giftdrüse versehen, die bis weit in den Vorderkörper der Spinne (Opisthosoma) reichen kann. Bei den ursprünglichen Webspinnen, etwa den Vogelspinnenartigen, sind die Cheliceren nach vorne gerichtet, die Klauen sind parallel zueinander nach unten eingeklappt. Dieser Zustand wird als "orthognath" bezeichnet. Bei höherentwickelten Webspinnen (Echte Webspinnen, Araneomorphae) sind die Cheliceren senkrecht gestellt und zugleich nach innen gedreht. Auf diese Weise können sie zangenartig an der Basis geöffnet werden und gegeneinander arbeiten. Es handelt sich dabei um den "labidognathen" Zustand.

Auch die als Haplocnemata zusammengefassten Pseudoskorpione und Walzenspinnen sowie die Kapuzenspinnen besitzen eine zweigliedrige Chelicere, die hier jedoch eine echte Schere bildet. Bei den Pseudoskorpionen ist die Chelicere außerdem mit den Ausgängen von Spinndrüsen und Putzkämmen (Serrulae: Serrula exterior und Serrula interior) bestückt.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Chelicere aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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