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Zwanghuf



Ein Zwanghuf oder auch früher als Trachtenzwang bezeichnete Hufform ist eine Deformation des Hufes. Der Huf ist zu eng, und bereitet dem Pferd beim Aufsetzen Schmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Symptome

    Erkennbar ist ein Zwanghuf sofort an der Unterseite. Die Strahlfurchen bilden bei einem gesunden Huf ein V. Beim Zwanghuf oder Trachtenzwang sind sie nicht gerade, sondern verengen sich im Bereich der Eckstreben. Der Hufmechanismus funktioniert nicht mehr, sondern kehrt sich um. Statt dass der hinter Bereich des Hufes beim Auffußen weiter wird, wird er beim Zwanghuf enger. Das verursacht dem Pferd Schmerzen.

Ursachen

Neben einigen unbekannten Ursachen sind im Wesentlichen zwei anzugeben. Die erste ist Vernachlässigung der Hufe. Wenn der Huf zu lang wird, bei Pferden die auf Untergrund gehalten werden, der für zu wenig Hornabrieb sorgt, dann neigt die hohe Hornwand dazu instabil zu werden. In einigen Fällen biegt sie sich nach außen, beim Zwanghuf biegt sie sich nach innen. Eine steile Hufstellung begünstigt die Bildung von Zwanghufen, eine flache hingegen die Bildung von untergeschobenen Trachten.

Die zweite Ursache ist ein dauerhaft aufgebrachter Hufbeschlag über einen mehrjährigen Zeitraum. Die Fixierung des Tragrandes mit Nägeln auf einem Hufeisen verhindert, dass sich der Huf beim Auffußen weiten kann. Außerdem kann er sich beim Wachsen nicht trichterförmig ausweiten, so dass die Hufwand im Laufe der Zeit immer steiler wird. Eine gesunde Hufwand hat die geometrische Form eines schief abgeschnittenen schiefen Kegels.

Krankheitsverlauf und mögliche Folgen

Entwickelt sich ein Zwanghuf ungehindert weiter, dann führt das im Wesentlichen zu zwei Folgen:

  1. Ein Zwanghuf verursacht Schmerzen, dem Pferd tut das Laufen weh, ein Zwanghuf kann zur Lahmheit führen und dafür sorgen, dass das Pferd nicht mehr arbeiten kann bzw. unreitbar wird.
  2. Die meistens früher einsetzende Folge ist Strahlfäule. Durch den Zwanghuf wird die mittlere Strahlfurche so gequetscht, dass sich eine Tasche bildet, in der Fäulnisbakterien ungehindert ihr Zerstörungswerk verrichten können. Wird das weiche Strahlhorn zersetzt bis auf die Huflederhaut, dann versucht die Lederhaut schneller Horn zu produzieren, als dass es von der Fäulnis zerfressen wird. Aber dieses schnell produzierte Horn ist von schlechter Qualität, und wird schneller zerfressen, weil es empfindlicher für Fäulnis ist. Letztlich beginnt das Horn unkontrolliert zu wuchern und die Lederhaut entzündet sich. Das von der entzündeten Lederhaut produzierte weiche weißliche Horn ist Strahlkrebs. Breitet sich die Entzündung auch auf die Bereiche der Lederhaut, die hartes Horn produzieren aus, dann wird aus dem Strahlkrebs Hufkrebs.

Zur Vorbeugung empfiehlt sich die regelmäßige Beobachtung und fachgerechte Bearbeitung des Hufes.

Behandlung

Optimierung der Haltungsbedingungen. Der Huf darf nicht zu lang werden und muss genügend Abrieb erfahren. Die richtige Bearbeitung des Hufes ist wichtig. Ein aufgenagelter Hufbeschlag ist hier kontraproduktiv, der Huf muss sich uneingeschränkt weiten können ohne in der vorderen Hälfte durch Nägel fixiert zu sein.

Siehe auch

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zwanghuf aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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