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Saugglocke



  Mit dem Begriff Saugglocke werden unterschiedliche Gerätschaften bezeichnet:

  • Eine Gummiglocke (man nennt sie auch Klostampfer oder Ausgussreiniger), die meist am Ende eines Holzstabes montiert ist und mit der man verstopfte Abflussrohre befreien kann. Dazu setzt man ihre offene Unterseite auf den Abfluss, die Kante sollte mit Wasser benetzt sein, um luftdicht abzuschließen. Weitere Abflussöffnungen, wie ein Überlauf, sollten ebenfalls abgedichtet werden, zum Beispiel mit einem nassen Waschlappen. Nun bewegt man den Holzstab zügig auf und ab, um durch die kombinierte Druck- und Saugwirkung die Verstopfung zu lösen. Die umgangssprachlichen und mundartlichen Bezeichnungen für dieses Gerät sind vielfältig. Es wird auch Hebamme und im norddeutschen Dialekt „Pümpel“/„Pömbel“ genannt. In Österreich wird das Gerät als Saug-Hektor bezeichnet. Im Jazz wird der Gummiteil auch als Dämpfer für Trompeten und Posaunen benutzt (Plunger-Dämpfer). Es wurde um 1911 von Hans Franz von Zürich erfunden.
    Dieses Gerät hat eine immanente Komik und taucht immer wieder in Cartoons (z. B. Werner (Comic) – Exgummibur – oder bei Tetsche) auf. Eine ironisch-humoristische künstlerische Arbeit über das Vakuum und die Saugglocke erstellten die deutschen Künstler Andreas Eucker und Frank-Udo Tielmann 1990 unter dem Titel Horror vacui.[1] Bei „Wetten dass“[2] am 06.10.2007 gab es eine „Pömpel-Dart“-Wette, die darin bestand, 20 Saugglocken so auf den Rücken von zehn Teilnehmern zu werfen, dass sie dort haften bleiben.[3] Sinnigerweise dient der Pümpel der Stadtentwässerung Hannover als Maskottchen. Damit Kinder besser verstehen, was nicht ins Abwasser gehört, hat die Stadtentwässerung ein Malbuch für Kinder entwerfen lassen. Dort sind Paul Pümpel und seine Freundin Klothilde Klobürste auf der Jagd nach dem Schmutzfinken Kuno Kanista, der Altöl in die Kanalisation Hannovers kippt.[4]
  • Im vorigen Jahrhundert wurden auch Haushaltsgeräte zum Bearbeiten von Wäsche in der Waschlauge in Norddeutschland mundartlich als „Pümpel“ bezeichnet. An einem langen Stiel war zuunterst eine durchlöcherte topfähnliche Apparatur, die mit einer Feder versehen immer wieder auf das Waschgut gestoßen wurde. Dabei floss die Lauge durch die Löcher, schäumte und reinigte so die Wäsche.
  • Auch in der Geburtshilfe wird eine Saugglocke eingesetzt. Ist es der Gebärenden aus unterschiedlichen Gründen (Periduralanästhesie, Erschöpfung etc.) nicht möglich das Kind selbständig herauszupressen oder muss die Geburt seitens des Kindes (Verschlechterung der Herztöne) beendet werden, so kann Vakuumextraktion mit der Saugglocke angewendet werden. Dabei muss der Kopf des Fötus bereits recht tief ins mütterliche Becken eingetreten sein; hat er die Beckenmitte noch nicht überwunden, muss ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) durchgeführt werden. Der Vakuumextraktor besteht aus einer Pumpe, einer Vakuumflasche, dem Schlauchsystem und Saugglocken in verschiedenen Größen und Materialien (Metall, Gummi und Silikon). Die Glocke haftet durch den erzeugten Unterdruck am kindlichen Kopf. Wehensynchron wird damit der Kopf hinausgezogen. Alternativ kommt in dieser Situation die Geburtszange zum Einsatz.
  • Die Saugglocke nach Eckart Klobe zur nicht-invasiven Behandlung der Trichterbrust.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Siehe auch: Abflussreiniger

Quellen

  1. http://www.euckertielmann.mynetcologne.de/horror_vacui/horror_vacui_00.htm
  2. http://www.wettendass.zdf.de
  3. http://www.poempeldart.de
  4. http://www.paul-puempel.de
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Saugglocke aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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