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Johann Nathanael Lieberkühn



Johann Nathanael Lieberkühn (* 5. September 1711 in Berlin; † 7. Oktober 1756 ebenda) war ein deutscher Mediziner und Physiker.

Lieberkühn studierte Theologie und beschäftigte sich anschließend mit Physik, speziell der Mechanik. Erst danach schloss er ein Studium der Medizin an. Im Jahr 1739 ging er nach Leiden (Niederlande), ein Jahr später nach London und Paris. Danach kehrte als Mitglied des Medizinischen Obercollegiums nach Berlin zurück, wo er mathematische und optische Instrumente fertigte und als Arzt und Professor tätig war.

Neben seinen physiologischen Arbeiten wurde Lieberkühn vor allem durch seine anatomischen Präparate bekannt, die noch bis in das 19. Jahrhundert regelmäßig in medizinischen Kabinetten, besonders in Moskau, als Meisterstücke ausgestellt wurden. Seine Präparate basierten vor allem auf Injektionen von wachshaltigen Flüssigkeiten in Körperhohlräume und der danach folgenden Ausformung. Nach ihm benannt wurden die Lieberkühn'schen Krypten (auch Lieberkühn'sche Drüsen oder Glandulae intestinales genannt), die er 1745 erstmals in „De fabrica et actione vollorum intestinorum tenuium hominis“ detailliert beschrieb. Außerdem stellte Lieberkühn optische Geräte her: Er entwickelte das 1710 von Balthasaris erfundene Sonnenmikroskop (ein im 18. Jahrhundert sehr populäres Projektionsmikroskop) weiter. So schuf er beispielsweise zum Studium der Blutgefäße spezielle Mikroskope, die seine Zeitgenossen als „Wundergläser“ bezeichneten.

 
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