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Iodblockade



Unter einer Iodblockade versteht man die vorbeugende Einnahme von Kaliumiodid, um die Aufnahme von radioaktivem Iod und Cäsium, das sich dem Kalium ähnlich verhält, und damit die Entstehung von Schilddrüsenkrebs zu verhindern. Eine Iodblockade wird nach einer starken Freisetzung von radioaktivem Iod bei einem Reaktorunfall oder einer Atomexplosion von der Strahlenschutzkommission empfohlen.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wurde eine Iodblockade in Polen durchgeführt. Dies hat wahrscheinlich einen Anstieg von Schilddrüsenkrebs insbesondere bei Kindern verhindert.

Dosierung

Die Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen[1] sehen für die Iodblockade eine Einmalgabe von 100 Milligramm Iodid für Kinder sowie Erwachsene bis 45 Jahren vor. Dies entspricht einer Gabe von 130 mg (=0,13g) Kaliumiodid.

Die Iodblockade ist für Erwachsene über 45 Jahre nicht mehr sinnvoll, da das Krebsrisiko ab diesem Alter kleiner ist als das Risiko einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die bei knotiger Schilddrüse durch zu viel Iod ausgelöst werden kann.

Quellen

  1. „Rahmenempfehlungen für den Katstrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“, Verabschiedet in der Innenministerkonferenz am 11. Juni 1999, Stand 12/99, in: Bundesamt für Strahlenschutz (Hrsg.): Handbuch Strahlenschutz (RS-Handbuch), 35. Ergänzung (06/07), Abschnitt 3.15, Seite 25, www.bfs.de
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