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Indigo-Kinder



Als Indigo-Kinder bezeichnen Anhänger eines bestimmten esoterischen Konzepts einen großen Teil der heute lebenden Kinder, welche sich angeblich durch ganz besondere psychische und spirituelle Merkmale und Fähigkeiten auszeichnen sollen. Der Begriff „Indigo-Kinder“ erlangte durch das 1999 erschienene Buch „The Indigo Children“ des Autorenpaars Lee Carroll und Jan Tober einige Bekanntheit in der Esoterik-Szene. Die Zuschreibung „Indigo“ leiten sie dabei von der „indigofarbenen Aura“ ab, durch die sich Indigokinder von anderen Menschen unterscheiden sollen. Das Konzept der Indigo-Kinder entbehrt, wie auch das der „Aura“, jeglicher wissenschaftlichen Grundlage.

Inhaltsverzeichnis

Konzept

Obwohl Carroll angibt, die meisten Wesensmerkmale der Indigo-Kinder seien physisch beobachtbar, ist das Konzept insgesamt esoterischer Natur. Carroll selbst bezeichnet sich als Medium mit Kontakt zu einem engelhaften Wesen namens Kryon, dessen Existenz er behauptet. Durch Konversation mit Kryon sei er auf die Indigo-Kinder aufmerksam geworden.

In ihrem Buch befassen sich Carrol und Tober unter anderem mit den spirituellen Aspekten der Indigos. Die dort zugrundegelegten Theorien lehnen sich an die Vorstellung der New Age-Bewegung an und verwenden Elemente der Pseudowissenschaften. Sie vermitteln den Eindruck, die „Ankunft“ der Indigo-Kinder sei Teil eines größeren spirituellen Prozesses, sie wären Vorboten einer neuen, hybriden, möglicherweise sogar außerirdischen Lebensform.

Anhänger des Konzeptes der Indigo-Kinder gehen weiterhin von einer erheblichen Zunahme der Geburten von „Indigos“ während der letzten Jahre aus; bis zu 95 % aller Neugeborenen könnten ihrer Meinung nach dazugehören. Diese Annahmen sind unbelegt, da es weder eine verifizierbare Statistik noch eine dazu notwendige anerkannte Methodik der Identifikation oder Klassifizierung eines Indigokindes gibt.

Merkmale der Indigo-Kinder

Nach Carrolls und Tobers Definition weist ein Indigokind neue und ungewöhnliche psychische Merkmale auf, die ein bislang nicht bekanntes Verhaltensmuster ergeben. Sie verfechten die These, bei Indigo-Kindern würde von Ärzten häufig fälschlicherweise eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert und empfehlen daher Eltern, auch entgegen ärztlichem Rat auf eine schulmedizinische Behandlung dieser Störung zu verzichten. Angesichts der besonderen Fähigkeiten der Indigo-Kinder stünden Eltern und Erzieher vielmehr vor der Aufgabe, sie im Rahmen ihrer Entwicklung beim Erreichen von Ausgewogenheit und Harmonie in ihrem Leben zu unterstützen und ihnen bei der Vermeidung von Frustration zu helfen.

Als Indigo-Kinder im engeren Sinne werden vielfach nur jene bezeichnet, die zwischen 1975 und 1995 geboren wurden. Sie werden unterschieden von Kristallkindern und Regenbogenkindern, bei welchen es sich laut einiger Quellen um Kinder im Alter von unter sieben Jahre handelt, während andere so die nach dem Jahr 2000 geborenen bezeichnen. Ihnen wird eine größere Spiritualität und Sensiblität zugeschrieben, als den Indigo-Kindern, die eher einem Kriegertypus entsprächen.

Nach Carroll und Tober fassen Anhänger der Idee besondere Merkmale zusammen, die ihrer Auffassung nach Indigo-Kinder auszeichnen sollen:

  • Sie kommen mit einem Gefühl der Erhabenheit auf die Welt.
  • Sie wissen, „wer sie sind“ und stellen dieses hohe Selbstwertgefühl auch nach außen dar.
  • Sie haben Schwierigkeiten mit absoluten Autoritäten.
  • Sie machen keine Dinge, die ihnen sinnlos oder unverständlich erscheinen.
  • Gegenüber ritualisierten Systemen, die keine Kreativität erlauben, entwickeln sie Frustrationen.
  • Sie gelten als Querdenker, da sie zu Hause und in der Schule oft Wege entdecken, Dinge und Vorgänge besser zu erledigen.
  • Sie wirken dissozial, wenn sie nicht mit anderen ihrer Art zusammen sind; dann reagieren sie introvertiert und fühlen sich unverstanden. Die Schule ist aus diesem Grund sehr schwierig für sie auszuhalten.
  • Sie reagieren nicht auf Disziplinierungsversuche von Erwachsenen, die auf der Erzeugung von Schuldgefühlen basieren.
  • Sie zeigen Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.
  • Sie haben einen hohen Intelligenzquotienten, eine schnelle Auffassungsgabe und gehen mit neuen Technologien selbstverständlich um.
  • Sie sind hypersensibel gegenüber chemischen Stoffen, beispielsweise in der Nahrung.

Tatsächlich sind, entgegen diesen Behauptungen, viele der beschriebenen Merkmale nicht sonderlich neu oder ungewöhnlich und von jeher bei den verschiedensten Menschen zu beobachten. Wissenschaftliche Disziplinen, wie die Kinderpsychologie und die Pädagogik, beschäftigen sich ebenfalls bereits seit langem mit derartigen Auffälligkeiten.

Die von den Anhängern der Idee wahrgenommene „neue Generation“ von Kindern, soll nach deren Erwartung aus einem ganz bestimmten Grund auf diese Welt gekommen sein, nämlich um sie zu verändern und zu verbessern. Dieser Auftrag schließt eine Entwicklung zum Frieden, das Aufbrechen korrupter Institutionen und einen Wandel in der Medizin, hin zu einer „naturnahen“ Behandlung von Krankheiten, mit ein. Viele Anhänger unterstellen Indigo-Kindern auch die Fähigkeit, eine Art „universelle Wahrheit“ zu erkennen; Verhaltensweisen, die damit nicht harmonieren, könnten von ihnen weder verstanden noch toleriert werden. Einzelne Anhänger gehen zudem von einer extrem hohen Lebenserwartung der Indigo-Kinder aus, welche angeblich mehrere hundert Jahre betragen soll. Auch diese Annahmen werden durch keinerlei Belege gestützt.

Konventionelle Interpretationen

Die den Indigo-Kindern zugeschriebenen Merkmale ließen sich, anstatt als Indikatoren für eine „neue Menschenrasse“ oder eine neue Form des Bewusstseins, beispielsweise auch als Resultat einer gesellschaftlichen Entwicklung interpretieren. Von Seiten der Erziehungswissenschaften wurde der Begriff Indigo-Kinder mangels ausreichender Belege dennoch nicht aufgegriffen.

Lediglich Teile der alternativen Pädagogik haben die Indigo-Theorie inzwischen in ihre Konzepte integriert. Zu den nach Meinung der Indigo-Anhänger adaptierbaren Methoden gehören zum Beispiel der Projektunterricht, Aspekte der Waldorfpädagogik oder das Konzept der Entschulung.

Rezeption

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Kritik der Skeptikerbewegung

Das Organ der Skeptiker in den USA, Skeptic’s Dictionary, spitzt die Kritik so zu: „The main thesis of The Indigo Children is that many children diagnosed as having Attention Deficit Hyperactivity Disorder are actually space aliens.“ („Laut der Hauptthese über die Indigo-Kinder sind viele Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, in Wirklichkeit Außerirdische.“).

wissenschaftliche Auseinandersetzung

Von Vertretern der etablierten Wissenschaften wird vernichtende Kritik am Konzept der Indigo-Kinder geübt, da derartige Interpretationen wissenschaftlichen Standards nicht gerecht werden. Mutmaßliche Indigo-Kinder fänden sich besonders häufig in Familien, deren Weltbild vom Gedanken des New Age bestimmt wird. Angesichts dessen wäre es nicht sehr verwunderlich, wenn bei diesen Kindern zum Beispiel eine „spirituellere Sprache“ auffällt, als bei jenen früherer Generationen. Eltern, die glauben, die meisten Neugeborenen unserer Zeit würden zu den Indigos gehören, könnten eine Unterdrückung der „speziellen“ Fähigkeiten ihrer Kinder vermeiden wollen und daher die den Indigo-Kindern zugeschriebenen Merkmale gezielt fördern. Eine damit verbundene Entwicklung von Selbstbezogenheit und Egoismus könnte folglich weniger als Problem, sondern vielmehr als Beleg der besonderen Spiritualität der Kinder wahrgenommen werden.

Besonders negativ bewerten Experten die Verharmlosung der ernstzunehmenden Probleme von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung durch derartige esoterische Erklärungsmodelle. Die oftmals belastenden Symptome der ADHS werden hierin als Ausdruck einer ganz speziellen Begabung und Bestimmung verklärt.

Auch wird die Vermarktung des Konzeptes „Indigo-Kinder“ kritisiert, da oftmals Wirkstoffe, Literatur und Seminare dazu angeboten werden, die ebenfalls keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten können.

Gegenpositionen der Befürworter

Befürworter des Konzeptes behaupten, Selbstauskünfte von betroffenen Kindern und deren Eltern, sowie eigene Verhaltensbeobachtungen, die sich mit den Beschreibungen des Konzeptes deckten, seien ausreichend sichere Belege für die Existenz der Indigo-Kinder. Zudem wird auf eine mittels Kirlianfotografie darstellbare Leuchterscheinung verwiesen, die Anhänger als charakteristische „Aura“ interpretieren.

Einer wissenschaftlich geführten Auseinandersetzung mit Skeptikern und Kritikern stehen Anhänger der Theorie jedoch für gewöhnlich eher ablehnend gegenüber, da diese sich nach ihrer Meinung ohnehin jedem Gedanken der New Age-Bewegung gegenüber verschlössen.

Literatur

  • Lee Carroll, Jan Tober: Die Indigo Kinder. Eltern aufgepasst ... Die Kinder von morgen sind da!, Koha 1999, ISBN 3929512610
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Indigo-Kinder aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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