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Ammoniumcyanid



Strukturformel
\mathrm{{}|C{\equiv}N|}
Allgemeines
Name Ammoniumcyanid
Summenformel CH4N2
CAS-Nummer 12211-52-8
Kurzbeschreibung nach Ammoniak und Blausäure riechende, würfelförmige Kristalle
Eigenschaften
Molare Masse 41,038 g·mol-1
Aggregatzustand fest
Dichte 1,02 g·cm−3
Schmelzpunkt 36 °C
Siedepunkt 40 °C (allmähl. Zersetzung)
Löslichkeit

löslich in Alkohol, schlechter in Wasser

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
Umweltgefährlich
N
Umwelt-
gefährlich
[1]
R- und S-Sätze R: 26/27/28-32-50/53 [1]
S: (1/2-)7-28-29-45-60-61 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ammoniumcyanid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Cyanide. Es ist das Ammonium-Salz der Blausäure. In reiner Form bildet es farblose, würfelförmige Kristalle, die aufgrund langsamer Zersetzung gleichzeitig nach Ammoniak und Blausäure riechen.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Ammoniumcyanid ist unter Kühlung unzersetzt haltbar, während es sich an der Luft bei gewöhnlicher Temperatur schon merklich zersetzt. Der Dampf lässt sich entzünden, er verbrennt mit gelblicher Flamme zu Ammoniumcarbonat. Die wässrige Lösung von Ammoniumcyanid reagiert alkalisch. In Ethanol ist es etwas besser löslich als in Wasser. Mit Brom und Chlor reagiert Ammoniumcyanid unter Wärmeentwicklung, durch Kaliumpermanganat wird es direkt zu Harnstoff oxidiert. Ammoniumcyanid ist ähnlich giftig wie Blausäure.

Herstellung und Verwendung

Ammoniumcyanid kann durch trockenes Erhitzen von Ammoniumhexacyanoferrat-(II), (NH4)4[Fe(CN)6] · 3 H2O oder einem Gemisch von Kaliumcyanid und Ammoniumchlorid hergestellt werden. Bei gelindem Erwärmen im Wasserbad schmilzt das Gemisch und entwickelt dampfförmiges Ammoniumcyanid, das mit einer Eis-Kochsalzmischung zur Kondensation gebracht werden kann. Ferner bildet es sich beim Überleiten von trockenem Ammoniak über in einer Porzellanschale glühende Kohlen und Auffangen des Cyanides in einer gekühlten Vorlage.

Schutzmaßnahmen

Alle wasserlöslichen Cyanide sind giftig, wobei sie durch Blockieren des Enzyms Cytochrom c Oxidase in der Atmungskette zum Ersticken führen. Beim Arbeiten mit der Substanz sind Schutzhandschuhe, Staubmaske und Atemschutz Gasfilter B zu verwenden. Weiterhin sollte immer dann, wenn mit dem Auftreten von Blausäure gerechnet werden muss, unbedingt im Abzug gearbeitet werden.

Lagerung

Ammoniumcyanid sollte kühl und unter striktem Sauerstoff- und Feuchtigkeitsausschluss gelagert werden.

Literatur

  • Brockhaus ABC. Band 1 A-K, VEB F.A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965

Einzelnachweise

  1. a b c Nicht explizit in RL 67/548/EWG, Anh. I gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Salze der Blausäure mit Ausnahme der komplexen Cyanide, z. B. Cyanoferrate(II) und (III) und Quecksilberoxidcyanid“
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ammoniumcyanid aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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