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Elektroporation



Elektroporation ist eine Methode, Zellmembranen permeabel zu machen, um so DNA in Zellen einzuschleusen (Transformation). Die Elektroporation wird häufig in der Molekularbiologie verwendet. Im Bereich der Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik kann die Elektroporation zur Besserung von Massentransportprozessen oder zur Inaktivierung von Mikroorganismen eingesetzt werden.

Prinzip

Durch ein elektrisches Feld, das in der Regel durch einen schnell entladenden Kondensator erzeugt wird, werden in der behandelten Zellmembran mikroskopisch kleine Löcher erzeugt, die sich innerhalb von Millisekunden wieder schließen. Dieser Effekt der Elektroporation wurde von Zimmermann 1974 sowie Neumann 1972 beschrieben. Die Poreninduktion bedingt einen Verlust der Semipermeabilität der Zellmembran und die Freisetzung intrazellulärer Bestandteile. Fügt man dem Umgebungsmedium vorher aber freie DNA hinzu, kann diese von den Zellen aufgenommen und in den Zellkern transportiert werden.

Elektroporation ist faktisch mit allen Zelltypen möglich; die Transformationsrate bei dieser Methode ist extrem hoch.

Elektroporation kann auch zur Abtötung von Mikroorganismen verwendet werden. Ob ein industrieller Einsatz dieser Methode zur Sterilisierung diverser Substanzen (z. B. Wasser) möglich ist, wird noch diskutiert.

Verfahren

   

Zur Elektroporation benutzt man einen Elektroporator – ein Gerät, das das elektrische Feld erzeugt. Der Elektroporator hat einen Platz für eine Küvette, in die man die Zellsuspension pipettiert. Die Küvette verfügt über zwei Elektroden aus Aluminium.

Normalerweise benötigt man 50 Mikroliter einer Zellsuspension. Vor der Elektroporation mischt man maximal 1 Mikroliter der Plasmidlösung mit den Zellen ein. Die Spannung wird am Elektroporator eingestellt, die Küvette hineingesteckt und die Elektroporation durchgeführt. Der Vorgang dauert einige Sekunden.

Die Erfolgsrate der Elektroporation hängt stark von der Reinheit der Plasmidlösung ab; insbesondere muss die Lösung von Salzen frei sein. Eine unreine Lösung kann bei der Elektroporation zu einer kleinen Explosion führen, wobei die Zellen getötet werden. Des Weiteren müssen die Elektroden der Küvette ganz trocken sein.

Im Bereich der Lebensmittelverarbeitung kommen kontinuierlich arbeitende Systeme zum Einsatz. Das zu behandlende Gut wird durch einen Reaktionsraum gefördert, in dem anhand einer oder mehrerer Elektrodenpaare ein gepulstes elektrisches Feld erzeugt wird. Die Wiederholungsrate der Impulse wird an den Produktstrom angepasst. Die benötigte elektrische Feldstärke liegt üblicherweise in einem Bereich von 1 kV/cm für pflanzliche oder tierische Zellen bzw. 10 bis 40 kV/cm für Mikroorganismen.

Literatur

  • Alberts et al.: Molecular Biology of the Cell, Fourth Edition Taylor & Francis, 2002, ISBN 0815340729
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Elektroporation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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