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H2O2-Biodekontamination

Ergänzung zur klassischen Desinfektionsreinigung

Für Produzenten von hygienisch hochsensiblen Produkten wie Arzneimitteln, Medizinprodukten oder Lebensmitteln ist die manuelle Reinigung und die Desinfektion von Räumen und Oberflächen ein schwieriges Thema. Manuelle Reinigung unterliegt Schwankungen durch menschliche Verhaltensweisen. Daher wird versucht, die Reinigung bzw. die Beseitigung von Kontaminationen möglichst zu automatisieren. Einen gesamten Raum automatisiert zu desinfizieren, ist jedoch äußerst schwierig, da dies ohne eine Entfernung von Verschmutzungen nicht wirksam genug ist. Eine Möglichkeit besteht darin, einzelne Räume oder Produktionsteile durch den Einsatz von gasförmigem Wasserstoffperoxid (H2O2) zu dekontaminieren. Die Technologie beruht auf dem Prinzip der Verdampfung und verteilt unsichtbares H2O2 bis zur vollständigen Sättigung der Raumluft im gesamten Raum. Dieser Prozess ist im Gegensatz zur manuellen Desinfektion vollständig validierbar, da er automatisiert nach vorgegebenen Parametern (Raumgröße, Luftfeuchte, Temperatur) abläuft und sich jederzeit mit reproduzierbarem Ergebnis wiederholen lässt. Die Erfolgskontrolle wird mit Bioindikatoren (BI) durchgeführt. Die BIs bestehen aus 1 Mio. Sporen von G. stearothermophilus, welche auf einen Edelstahlträger aufgebracht und in einer für H2O2 permeablen Membran eingeschlossen sind. Diese werden vor dem Begasungsprozess im Raum eingebracht und nach der Dekontamination in ein Wachstumsmedium gegeben, um ihre vollständige Abtötung nachzuweisen. Da diese Sporen erst bei einer Temperatur von ca. 54 °C wachsen können, ansonsten aber gegenüber herkömmlichen Desinfektionsmitteln sehr resistent sind, stellen diese Indikatoren eine sichere Qualitätskontrolle dar. Mit dieser Art der Dekontamination ist es sogar möglich, die Reinigungs- und Desinfektionsfrequenzen von Oberflächen wie Wänden oder Decken deutlich zu verkleinern. Im Vergleich zu einer manuellen Desinfektion ist diese Art der Dekontamination also schneller, sicherer, zuverlässiger und kostengünstiger als die manuelle Desinfektion mit einem sporiziden Desinfektionsmittel.

Autoren:   Christoph Rockel, Bruno Toraille
Journal:   pharmind
Band:   77
Ausgabe:   11
Jahrgang:   2015
Seiten:   1676
Erscheinungsdatum:   01.11.2015
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