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Abluftfiltration unter der Lupe

Risiken bei der Sterilfiltration der Autoklavenabluft

Aktive biologische Arbeitsstoffe wie beispielsweise Bakterien, Viren oder Zellkulturen werden vor ihrer Entsorgung aus dem biologischen oder medizinischen Laboratorium in einem Autoklaven thermisch inaktiviert. Dieses erfordert eine irreversible Zerstörung der Infektions- und Vermehrungsfähigkeit der Arbeitsstoffe, einschließlich deren Ruhestadien. Der in einem Autoklaven ablaufende Sterilisationsprozess basiert auf Abtötungskinetiken unter Einhaltung definierter Prozessbedingungen. Um biologische Arbeitsstoffe sicher abzutöten ist neben der Qualität des verwendeten Sattdampfes, ebenfalls dessen vollständige Durchdringung der Autoklavenkammer, sowie des darin enthaltenen Autoklavierguts erforderlich. In der Kammer verbleibende Luftinseln verringern den Sterilisationserfolg. Aus diesem Grund muss vor einer Einleitung der Sterilisationsphase eine Entfernung der Luft aus der Kammer und dem Sterilisationsgut erfolgen. Der Erfolg der Entfernung der Luft wird im Wesentlichen von der Art der Beladung und dem gewählten Autoklavierverfahren bestimmt. Autoklaven werden mittels verschiedener Prozesstypen betrieben, welche nach ihrem Verfahren der Luftentfernung benannt sind. Einfache Verfahren wie das Strömungs- oder Gravitationsverfahren nutzen die Verdrängung der Luft durch den strömenden Dampf. Technisch aufwändigere Verfahren evakuieren vor der eigentlichen Sterilisation die Kammer über in die Abluftstrecke des Autoklaven integrierte Vakuumpumpen. Die auf diesem Wege aus der Autoklavenkammer austretende Abluft wird normalerweise in die Umgebung abgegeben. Um den Austrag von Mikroorganismen in Form von Bioaerosolen zu verhindern schreibt die Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV) vor, dieses in Abhängigkeit der Risikogruppe der Organsimen zu verhindern [2]. In der TRBA 100 sind für die Behandlung der Prozessabluft von Autoklaven, ähnliche Forderungen in Form eines thermischen Nachbehandlungsverfahrens oder eine Filterung der Abluft festgelegt [3].

Autoren:   Carsten Grumbach, Peter Czermak, Heike Schulte-Lünzum
Journal:   TechnoPharm
Band:   3
Ausgabe:   6
Jahrgang:   2013
Seiten:   322
Erscheinungsdatum:   01.06.2013
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