Stabile Schlaganfallpatienten sterben eher an einem nicht Schlaganfall-bedingten kardiovaskulären Ereignis19 May 2008 - Neue Zwei-Jahres-Ergebnisse des REACH-Registers, die auf dem Europäischen Schlaganfallkongress (European Stroke Congress) vorgestellt wurden, machen deutlich, dass die grosse Mehrheit (73%) der Todesfälle bei Patienten, die nach einem Schlaganfall versterben, auf nicht Schlaganfall-bedingte kardiovaskuläre Ereignisse zurückzuführen ist. Die Gesamtsterblichkeit beträgt 4,45%, wobei 3,23% der Herz-Kreislauf-Todesfälle durch ein nicht Schlaganfall-bedingtes Ereignis hervorgerufen werden.Die Zwei-Jahres-Ergebnisse des REACH-Registers zeigen, dass das Risiko sekundärer ischämischer Ereignisse (einschliesslich Herz-Kreislauf-Tod) bei Patienten mit vorhergehendem Schlaganfall und/oder TIA (transitorischer ischämischer Attacke) sehr hoch ist. Das REACH-Register hat gezeigt, dass Atherothrombose häufig in mehr als einem Gefässbett auftritt: Ein Viertel der Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK bzw. CAD), zwei Fünftel der Patienten mit zerebrovaskulärer Erkrankung (ZVE bzw. CVD) und drei Fünftel der Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK bzw. PAD) weisen Atherothrombose in anderen Arteriengebieten auf. Die Daten des REACH-Registers machen auch die unzureichende Behandlung von Patienten mit zerebrovaskulärer Erkrankung in der realen Versorgungssituation deutlich. Um Hospitalisierung und Tod vorzubeugen, ist es notwendig, die Behandlung zur Senkung des Risikos ischämischer Ereignisse bei diesen Patienten zu verbessern. Ungefähr 28% der im REACH-Register erfassten Patienten haben bei Aufnahme eine diagnostizierte zerebrovaskuläre Erkrankung. Ungefähr 40% der Patienten mit zerebrovaskuläre Erkrankung weisen eine Erkrankung mehrerer Gefässbezirke ("polyvaskuläre Erkrankung") auf. Von der gesamten Population der Patienten mit zerebrovaskulärer Erkrankung hatten bei Aufnahme in das Register 71% zuvor einen Schlaganfall, 51% zuvor eine TIA und 20% zuvor beides erlitten. Die Zwei-Jahres-Ergebnisse für die Population der Patienten mit zerebrovaskulärer Erkrankung zeigen hohe Ereignisraten für nichttödlichen Schlaganfall (5,9%). Das Risiko für Tod durch Schlaganfall, Herzinfarkt und zerebrovaskuläre Erkrankung betrug zum Zwei-Jahreszeitpunkt 11,5% für die gesamte ZVE-Population. Patienten mit zerebrovaskulärer Erkrankung in der Vorgeschichte weisen ein beträchtliches Risiko für schwere unerwünschte kardiale Ereignissen (MACE - Major Adverse Cardiac Events) und Krankenhausaufenthalte auf (> 20% zum Zwei-Jahres-Zeitpunkt). "Das REACH-Register zeigt weiterhin das wirkliche weltweite Ausmass der durch die atherothrombotische Erkrankung bedingten Belastung auf. Im Fall der zerebrovaskulären Erkrankung wurde durch weitere Auswertungen erneut die Notwendigkeit unterstrichen, dass Ärzte die evidenzbasierten Behandlungsrichtlinien, wie beispielsweise die thrombozytenaggregationshemmende Therapie oder die Behandlung des hohen Blutdrucks, befolgen müssen", so Dr. Gabriel Steg, Professor für Kardiologie am Hôpital Bichat-Claude Bernard, Paris, für den Wissenschaftlichen Rat des REACH-Registers. News zum Ressort Forschung
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