Aktuelle Nachrichten

Land:
Verknüpfung:
Suche nach:
Übersicht Firmen Länder Top-Meldungen Top-Schlagworte
Alle   Beruf   Finanzen   Forschung   Gesetze   Kooperation   Märkte   Personalia
Politik   Produktentwicklung   Produktion   Technologie   Wirtschaft

Kontakt | Druckansicht | PDF-Ansicht | Nachricht versenden | RSS-FeedRSS-Feed

"Genetischer Müll" als Ordnungshüter

19 Jun 2007 - Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass die Teile des Erbguts, die bislang als "genetischer Müll" angesehen wurden, als Bauplan für Ribonukleinsäuren, RNA, dienen - ebenso wie die anderen Teile des Genoms. Diese "Müll-RNAs" sind keinesfalls unwichtig, sie scheinen an der Entstehung von Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt beteiligt zu sein. Die Ergebnisse sind in Nature erschienen.

 
Die menschliche DNA besteht aus 3,3 Milliarden Basenbuchstaben - eine unvorstellbare Zahl. Nach der gängigen Lehrmeinung braucht der Mensch jedoch nur 1,5 Prozent davon: Als Blaupause setzen sich nach ihren Vorgaben zunächst RNA zusammen, die wiederum als Strickmuster für Proteine dienen, den Grundbausteinen der Zellen. Der Rest des Genoms - also 3,25 Milliarden Basenbuchstaben - galt bisher als genetischer Müll ohne nennenswerte Funktion.
 
Nun müssen einige Kapitel der Lehrbücher umgeschrieben werden: Denn wie ein internationales Forscherteam herausfand, werden auch die als "genetischer Müll" oder als "nichtkodierende Gene" bezeichneten Abschnitte des Erbguts nahezu vollständig in RNA übersetzt. Und sie haben zudem eine Funktion: Die "Müll-RNAs" regulieren die Gene, nach deren Bauplan die Proteine zusammengesetzt werden. Geht hier etwas schief, produziert der Körper also beispielsweise zu viel oder zu wenig Proteine, gerät die Körperzelle aus dem Gleichgewicht - Krankheiten entstehen.
 
"Unsere Ergebnisse eröffnen viele neue Möglichkeiten für die Krankheitsdiagnostik und werden künftig sicher auch für die Therapie interessant - etwa bei Krebs oder Herzinfarkten", sagt Dr. Jörg Hackermüller vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, das gemeinsam mit der Universität Leipzig am Projekt beteiligt ist - als einzige deutsche Partner in einem internationalen Forscherteam. Andere beteiligte Länder sind die USA, Kanada, Singapur, Spanien, und Großbritannien. "Bisher hat man sich bei der Suche nach krebsrelevanten Genen auf die kodierenden Bereiche beschränkt, also auf knapp zwei Prozent des Erbguts. Nun können wir die Gen-Diagnose auf das gesamte Genom ausweiten." Für einige Krankheiten ist der Zusammenhang mit den "Müll-RNAs" bereits geklärt: So ist etwa beim Prostatakrebs eine dieser RNAs falsch reguliert.
 
Eine weitere Erkenntnis der Forschergruppe: Die nichtkodierenden RNAs arbeiten viel spezifischer als die RNAs, die als Bauplan für die Proteine dienen. Oft sind diese "Müll-DNAs" nur in einem einzigen Gewebe aktiv.
 
Kontakt / Infos anfordern
Weitere Informationen

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
München, Deutschland

News
-  13.05.2008 - Reifeprüfung für Stammzellen
-  05.03.2008 - Schleswig-Holstein fördert Fraunhofer-Forschung in Lübeck
-  08.01.2008 - Künstliche Haut aus der Haarwurzel
 Weitere Nachrichten

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI)
Leipzig, Deutschland

News
-  08.01.2008 - Künstliche Haut aus der Haarwurzel
-  30.10.2007 - Erteilung Herstellungserlaubnis für EpiDex
-  09.01.2007 - Zelltherapie gegen Parkinson
 Weitere Nachrichten
MyBionity.COM
Newsletter-Abo
Ihre e-Mail:
Top  
© 2001-2008 Chemie.DE Information Service GmbH
a Life Science Network Division

 www.Chemie.DE   www.Bionity.COM   www.ChemEurope.COM   www.ChemieKarriere.NET   www.BioKarriere.NET