5200 Stammzellentransplantationen in Deutschland - Tendenz steigend
23.03.2006 -
(dpa) - Mit Stammzellentransplantationen können Ärzte einer zunehmenden Zahl von Kranken in Deutschland helfen. So erhielten heute auch Patienten zum Beispiel mit Leukämie oder Lymphknotenkrebs eine Transplantation, die früher dafür nicht in Frage gekommen sei, sagte Prof. Norbert Schmitz beim Kongress der Europäischen Gruppe für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT) in Hamburg. So könnten wegen schonenderer Methoden auch ältere Patienten behandelt werden. Außerdem biete die Unterdrückung von Immunreaktionen die Möglichkeit, Übertragungen von Stammzellen bei nicht perfekter Übereinstimmung von Spender und Empfänger vorzunehmen, sagte Prof. Axel Zander.
2004 gab es rund 5200 Transplantationen von Stammzellen in Deutschland. Davon waren 3300 autogen, die Stammzellen kamen also vom Patienten selbst. In 1900 Fällen spendeten Familienmitglieder oder fremde Menschen Blut bildende Stammzellen zum Beispiel aus dem Knochenmark. Für 80 Prozent der Kranken, die keinen Spender in der Familie hatten, konnten die Ärzte fremde Spender finden. Die Erfolgsrate der Transplantationen liege je nach Diagnose zwischen 20 und 90 Prozent, sagte Kongresspräsident Schmitz. 10 bis 15 Prozent der Kranken werden mit zwei oder mehr Stammzellenübertragungen behandelt, üblich sei eine Transplantation.
Schmitz warnte vor überzogenen Hoffnungen an neue Behandlungsfelder. Zwar gebe es Studien zur Stammzellbehandlung nach einem Herzinfakt, die Ergebnisse seien aber nur schwer interpretierbar. «Ich glaube auf keinen Fall, dass mit Stammzellen das Problem des Herzinfaktes gelöst wird.»