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Biotech-Deals auf der BIO-Europe 2004

19 Oct 2004 - Aus- und Einlizensierungen, Entwicklungspartnerschaften und Ausgründungen gehören zum Biotech-Geschäft wie Blut, Zellen und Gene. Fast kein Biotech-Unternehmen führt alle Schritte von der Erforschung, Entdeckung und Entwicklung über die klinische Prüfung bis zur Markteinführung selbst durch. Und schon gar nicht allein: Partner und Deals begleiten den Weg zum Erfolg. Wie ein erfolgreicher Biotech-Deal genau aussieht, hängt von vielen Faktoren ab.

 
Das Zwischenmenschliche beispielsweise übt nach Meinung von Franzpeter Bracht, Geschäftsführer der Baesweiler AplaGen, einen nachhaltigen Einfluss aus. Für ihn ist wichtig, wie die Partner nach Abschluss der Verhandlungen zueinander stehen. "Wenn ich aus meinem Verhandlungspartner das Letzte heraus hole, habe ich vielleicht meinen Deal unwesentlich verbessert, darf aber auch kein Entgegenkommen erwarten, z.B. wenn es um die Einhaltung der Meilensteine geht", so der promovierte Biologe. In seiner noch jungen Geschichte (Gründung 2001) hat das 16-köpfige Team mit Patenteinkäufen, zwei Finanzierungsrunden, zwei Abkommen mit der Pharma-Industrie - darunter eines mit dem Schweizer Hersteller Lonza - schon reichlich Verhandlungserfahrung gesammelt. AplaGen entwickelt und produziert neue Peptid-basierte Wirkstoffe. Anwendungsfelder liegen beispielsweise in der Krebstherapie und der nicht-hormonellen Schwangerschaftsverhütung.
 
Fast mathematisch geht Julia Schüler, Health Sciences Senior Industry Specialist bei Ernst & Young, an die Bewertung von Deals heran: "Das Ziel eines jeden Biotech-Deals sollte eine größtmögliche Wertschöpfung sein. Von großer Bedeutung für die Qualität des Deals ist die Kombination der vereinbarten einzelnen Zahlungen, die vorab, für Meilensteine und nach Markteinführung erfolgen. Dabei spielt vor allem das Stadium des Produktes "ob Präklinik, Phase I, II oder III - eine große Rolle" führt Schüler aus. Die in Betriebswirtschaft promovierte Biologin ist hauptverantwortliche Projektleiterin des jährlich erscheinenden deutschen Biotechnologie-Reportes von Ernst & Young. Mit der Studie werden kontinuierlich Daten und Trends zur deutschen Biotech-Industrie vorgelegt.
 
Auf der Bio-Europe 2004 gibt es Gelegenheit, einen Einblick in das Geheimnis der Qualität von Biotech-Deals zu erhalten. Am ersten Messetag wird der "beste Biotech-Deal des Jahres" im "Balloon-Game" ermittelt, moderiert von Diane Romza-Kutz von Mayer, Brown Rowe and Maw.
 
Im "Balloon-Game" sollen spielerisch die Kriterien für einen erfolgreichen Deal ermittelt werden:
 
Vier Biotech-Unternehmer auf einer Ballonfahrt konkurrieren um den besten Biotech-Deal. Nachdem ein Pfeil den Ballon getroffen hat und dieser Luft verliert, wählen die Zuschauer nach und nach den jeweils schwächsten Deal ab, damit die besseren "überleben". Der interaktive Vortrag wird einer von insgesamt 17 Workshops und Panels rund um die Themen Biotechnologie, Pharma und Finanzierung auf der BIO-Europe 2004 sein.

Weiterführender Link: http://www.bionity.com/events/d/11230/

 
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