Studie: Zweites Virus verlängert das Leben von HIV-Infizierten08 Mar 2004 - Waltham/Mannheim (dpa) - Die Infektion mit einem zweiten, scheinbar ungefährlichen Virus verleiht den Trägern des Aidsvirus HIV einen gewissen Schutz vor dem Ausbruch der tödlichen Immunschwäche. Das berichtet ein Team um die US-Forscherin Carolyn Williams im Fachjournal «New England Journal of Medicine» (Bd. 350, S. 981). Eine Erklärung für die schützende Wirkung des zweiten Virus haben die Forscher bislang nicht.Die Wissenschaftler - darunter auch ein Experte des Unternehmens Roche Diagnostics in Mannheim - untersuchten das «GB Virus C» (GBV- C). Trotz dessen naher Verwandtschaft zum Hepatitis-C-Virus gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass GBV-C beim Menschen irgendeine Krankheit verursacht. Die Forschergruppe wertete Daten von 271 HIV- infizierten Männer aus. Männer, deren Blut außer dem Immunschwächevirus HIV zusätzlich die GBV-C-Viren enthielt, hatten demnach ein drei Mal niedrigeres Sterberisiko als Männer ohne die zweite Infektion. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen GBV-C und dem längeren Überleben der HIV-Patienten gebe, schreibt die Aidsforscherin vom US-Forschungszentrum für Infektionskrankheiten in Bethesda (US-Staat Maryland). Ganz besonders schlechte Aussichten hatten den Angaben zufolge jene HIV-Patienten, bei denen das schützende Virus auf unbekannte Weise wieder aus dem Körper verschwand: Von ihnen überleben nur rund 15 Prozent. Ähnliche Hinweise auf den Schutz durch GBV-C hatte es bereits im Jahr 2001 gegeben. Bereits damals zeigte sich, dass sich HIV in seiner Gegenwart langsamer vermehrt. News zum Ressort Wirtschaft |
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