Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
o-Phenylendiamin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der aromatischen Diamine und ein wichtiges Ausgangsprodukt für viele organische Verbindungen. Sie ist isomer zu m-Phenylendiamin und p-Phenylendiamin und liegt als farbloses bis schwach rotes Pulver vor, welches an Luft schnell oxidiert und sich dabei braun färbt (Bildung von o-Chinondiimin und weiter zu 2,3-Diaminophenazin). Aus diesem Grund wird häufig das stabile Dihydrochlorid der Verbindung eingesetzt.
o-Phenylendiamin wird durch Reduktion von o-Nitroanilin mit Wasserstoff in Toluol als Lösungsmittel in Gegenwart eines Katalysators hergestellt und durch Destillation gereinigt[3].
Eigenschaften
Physikalische Eigenschaften
o-Phenylendiamin hat eine kritische Temperatur von 507 °C und seine Dämpfe sind 3,74 mal schwerer als Luft.
Chemische Eigenschaften
o-Phenylenediamin kondensiert mit Ketonen und Aldehyden zu Schiff'schen Basen. Diese Reaktion erlaubt die Synthese substituierter Benzimidazole. Auch Chinoxalindion kann durch Kondensation von o-Phenylenediamin mit Dimethyloxalat hergestellt werden.
Verwendung
o-Phenylendiamin wird als Ausgangsstoff bzw. Zwischenprodukt für die Synthese heterocyclischer Verbindungen, insbesondere von Benzotriazol und Phenazin verwendet. Weiterhin wird o-Phenylendiamin verwendet bei der Herstellung
von Benzotriazolen die zur Herstellung von Kunststoffen und Photochemikalien, sowie als Korrosionsinhibitoren für Kupfer eingesetzt werden
von Pflanzenschutzmitteln (z.B. als Benzimidazol, PDA-Thioharnstoffcarbamat und Chinoxalin), Farbstoffen und Pigmenten
von Benzimidazolderivaten für UV-Absorbern bei Kosmetika, thermostabilen Polymeren und Pharmazeutika (bei veterinär verwendeten Viruziden und Anthelmintika)
von Mercaptobenzimidazol (Gummi-Antioxidans)
als Substrat im ELISA-Reagenz in biotechnologischen Laboratorien
Bestimmte abgeleitete Verbindungen von o-Phenylendiamin dürfen in Kosmetika verwendet werden und sind wahrscheinlich die Ursache für viele allergische Erscheinungen bei Friseuren.[4]
Sicherheitshinweise
o-Phenylendiamin ist als krebserzeugend nach Kategorie 3B und als hautsensibilisierend eingestuft. Der Dampf von o-Phenylendiamin bildet mit Luft ein explosives Gemisch.
Quellen
↑ abcdefghi Eintrag zu CAS-Nr. 95-54-5 in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am (JavaScript erforderlich)
↑ Datenblatt bei der Bundesagentur für Umweltschutz