Nagelpilz, auch Nagelmykose, Onychomykose oder Tinea unguium heißt die Infektion der Zehen- oder Fingernägel durch Sprosspilze oder Fadenpilze. Prädisponiert sind Patienten mit Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Nagelekzemen und Nagelpsoriasis. Begünstigend ist ferner ein feucht-warmes Milieu, Zehennägel sind daher häufiger betroffen.
Trichophyton spec. (beispielsweise Trichophyton rubrum, T. mentagrophytes)
Epidermophyton floccosum
seltener Hefepilze (Candida-Spezies) oder Schimmelpilze
Symptome
Glanzlosigkeit des Nagels
weiße oder gelbliche Verfärbungen am Nagelrand
weißliche, gelbe oder grau-braune Flecken im Nagel
Verdickungen der Nagelplatte
Diagnostik
Vom befallenen Nagel werden Hornteile abgeschabt und durch kulturelle Anzüchtung (drei Wochen) unter dem Mikroskop auf Erreger untersucht.
Meist reicht aber eine optische Diagnose aus, da die Symptome klar erkannt werden können.
Therapie
Der befallene Nagel wird, je nach Schwere der Infektion, zunächst mit einem Keratolytikum (beispielsweise Harnstoff-salbe) (Mycospor® Nagelset) aufgeweicht und abgelöst. Dies dauert etwa ein bis zwei Wochen. Anschließend erfolgt in der Regel eine örtliche Behandlung (Lokaltherapie) mit einem antimykotischen Nagellack, beispielsweise Nagel Batrafen® (Ciclopirox) oder Loceryl® Nagellack (Amorolfin).
Bei ausgedehntem Befall und in Sonderfällen (mehr als drei Fußnägel sind infiziert) muss bisweilen auch eine systemische Therapie mit einem oralen AntimykotikumGriseofulvin (Grivulfin®), Itraconazol (Sempera®), Terbinafin (Lamisil®, Amiada®, Terbiderm®), oder Fluconazol (Diflucan®) oder (Flucoderm®), durchgeführt werden. Wichtig ist die ausreichende Dauer der Behandlung, die insgesamt meist über drei bis sechs Monate geht; je nach Schwere der Infektion auch bis zu zwölf Monaten und länger (Intervalltherapie).
Leider ist die Behandlung nicht selten erfolglos, und die Rückfallquote ist hoch,[1] nicht zuletzt weil immer mehr Pilzspezies gegen Antimykotika unempfindlich werden. Auch können bei vielen der genannten Medikamente schädliche Nebenwirkungen auftreten, etwa eine klinisch signifikante Erhöhung der Transaminasen.[2]
Allgemeinhygienische Maßnahmen wie Desinfizieren der Socken sind in der Regel notwendig. Eine operative Entfernung durch Ziehen des befallenen Nagels wird nicht mehr empfohlen, da diese zusätzliche Verletzung den Heilungsverlauf stört.
Es ist praktikabel, bei schwerem Verlauf einer Onychomykose den befallenen Nagel mittels einer Lasertherapie aufzulösen. Hierbei wird der Nagel radikal von der Nagelmatrix durch den Erbium-Laser verdampft.
Naturheilkundlich wird unter anderem empfohlen, den befallenen Nagel morgens und abends mit 5-25%igem Essig zu betupfen. Der Pilz benötigt ein basisches Milieu und soll sich durch die Essigbehandlung langsam zurückbilden. Zur Vorbeugung vor einem Wiederbefall sollte man darauf achten, möglichst ein feuchtwarmes Klima im Schuh zu vermeiden. Hierzu bieten sich vor allem offene und atmungsaktive Schuhe an, die auch die Zehen nicht einengen sollen, und Naturfasern für Strümpfe.
Komplikationen
Onycholysis des Nagels (Ausfallen) und Zerstörung des Nagelbettes. Befall weiterer Nägel.
Einzelnachweise
↑Pharmazeutische Zeitung -Archiv: Nagelpilz - Oft Begleiterscheinung anderer Erkrankungen