Der Lagophthalmus (gr. Hasenauge) ist ein medizinischer Begriff aus der Augen- und Nervenheilkunde, der den unvollständigen Lidschluss eines oder beider Augen beschreibt. Damit einhergehend kommt es zu einer Erweiterung der Lidspalte.
Entstehen kann der Lagophthalmus mechanisch durch Narben und der resultierenden Verkürzung der Augenlider, oder durch einen Exophthalmus. Andere Ursachen sind das Koma, eine Fazialisparese mit der Lähmung des ringförmigen Augenmuskeln (Musculus orbicularis oculi) oder eine Fehlstellung des Augenlides (Ektropium).
Symptome
Patienten mit einem Lagophthalmus klagen über andauerndes Brennen, Trockenheits- und Fremdkörpergefühl im Auge. Beim paralytischen Lagophthalmus kommt es auf Grund der Lähmung der Lid-Muskeln zum Unvermögen des vollständigen Lidschlusses. Der Augapfel (Bulbus) dreht beim Versuch des Lidschlusses nach oben und wird als Bell-Phänomen) bezeichnet. Dieses Phänomen wird beim Lagophthalmus sichtbar.
Folgen
Durch den unvollständigen Lidschluß kommt es zum Austrocknen der Hornhaut, der sogenannten Xerophthalmie). Darüber hinaus kann es zu einer Keratitis e lagophthalmo kommen, einer Entzündung der Hornhaut. Diese kann sich bis zum Ulcus corneae entwickeln. Dabei handel es sich um ein Geschwür der Hornhaut meist auf Grund einer Keratitis. Eine große Gefahr des Ulcus corneae besteht in einer Perforation in das Augeninnere.
Therapie
Es kommen Tränenersatzflüssigkeit und Salben zum Einsatz, die das Austrocknen der Hornhaut verhindern sollen. Auch durch Aufkleben eines Uhrglasverbandes kann man z.B. nachts das Austrocknen verhindern. Auch weiche Kontaktlinse können das Auge vor dem Austrocknen schützen. Operativ kann das Ektropium angegangen werden. Chirurgisch kann ein temporärer Verschluss der Lidspalte durchgeführt werden (sog. Tarsoraphie). Eine Keratitis und ein Ulcus werden meist antibiotisch behandelt.